Fachkräftemangel bremst Wohnungsbau aus

News , 14.08.2018 , Frank Kessler Bild zu: Fachkräftemangel bremst Wohnungsbau aus
Foto: Roland Riethmüller

Der Wohnungsbau in Deutschland boomt nach wie vor. Auch die Zahl der fertiggestellten Wohnungen dürfte im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr weiter ansteigen. Trotzdem bleibt die Anzahl der neuen Wohnungen hinter den Erwartungen zurück. Schuld daran ist der Fachkräftemangel, der den Wohnungsneubau in Deutschland sehr stark ausbremst. Die bewilligten Bauvorhaben können demnach nicht alle umgesetzt werden.

Die Zahl der neuen Wohnungen in Deutschland dürfte im Jahr 2018 auf 300.000 steigen. Im Vorjahr waren es noch 285.000 Wohnungen. Trotzdem deckt die Zahl der neuen Wohnungen nicht vollständig den Bedarf. Denn obwohl seit der Jahreswende so viele Wohnungen wie noch nie gebaut wurden, werden noch mehr Wohnungen benötigt. Damit der Wohnungsengpass endlich behoben wird, müssten bis zum Jahr 2020 im Jahr 350.000 bis 400.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden. Das ist jedoch nicht so einfach. Schuld an der Misere sind nicht etwa mangelnde Baugenehmigungen oder zu wenige Investoren. Die Problematik liegt im Mangel an Fachkräften im Bauhandwerk. So ist oftmals eine Umsetzung der bewilligten Bauvorhaben schlichtweg nicht möglich. Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe erklärt, dass sich in den vergangenen zehn Jahren die Kluft zwischen Baugenehmigungen und Baufertigstellung im Wohnbau stetig geöffnet hat. Zur Zeit sieht die Lage so aus, dass 653.000 genehmigte Wohnungsneubauten auf die Umsetzung warten. Zeuner betonte weiter, dass diese Zahl bis zum Ende des Jahres weiter ansteigen wird.

Der hohe Bauüberhang und seine Gründe

Es gibt viele Gründe für den Bauüberhang. Die Bauzeit für ein Miethaus beträgt in der Regel zwei bis drei Jahre. Gleichzeitig gibt es jedoch Bauherren, die den Baubeginn auch nach der erteilten Baugenehmigung verzögern. Sie spekulieren auf niedrige Immobilienpreise und steigende Mieten in der Zukunft. Die wesentliche Rolle für die Bauengpässe liegt aber im Fachkräftemangel. Bisher konnte das Bauhauptgewerbe durch die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland die Nachfrage befriedigen. Jeder sechste Mitarbeiter kommt in der Zwischenzeit aus dem Ausland. Engpässe gibt es jedoch im Ausbaugewerbe. Das SHK-Handwerk sucht händeringend nach Fachkräften. Das zeigt sich auch an der hohen Zahl an offenen Stellen in diesem Bereich bei der Bundesagentur für Arbeit. Besonders schwer sind Meister zu bekommen, aber es mangelt auch an anderen Fachkräften. Das wird auf die Dauer zu einem sehr großen Risiko für die Bauwirtschaft und dem Wohnungsbau.