Familiennachfolge nur selten vorhanden

Jennifer Brandt | 01.12.2011
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Foto: KfW

Familiennachfolgen innerhalb der Unternehmen sind in Deutschland leider keine Selbstverständlichkeit. Inzwischen bleiben nur noch 44 Prozent der Betriebe tatsächlich in Familienhand. Diese Entwicklung bedeutet dann oft auch das Aus für Firmen, denn ohne geeignete Nachfolge können die Unternehmen dann nicht mehr bestehen. Neben dem Verlust von Arbeitsplätzen bedeutet das auch die Vernichtung des über Jahre erwirtschaften Vermögens. Aus diesem Grund ist die Planung der Unternehmensnachfolge eine wichtige und langfristige Unternehmensstrategie.

Dass es um die Weiterführung von Unternehmen durch Familienmitglieder in Deutschland nicht gut gestellt ist, zeigen beispielsweise die Zahlen der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg. Zwischen Januar und Oktober dieses Jahres wurden mit 82 Millionen Euro 398 Nachfolgeprojekte begleitet. Dabei stellte man fest, dass weniger als die Hälfte innerhalb der Familie weitergeführt wurden. Aus diesem Grund möchte die Bürgschaftsbank als Partner der Gründerwoche Deutschland hier eine geglückte Familiennachfolge vorstellen – der Landgasthof König von Preußen in Marxzell Frauenalb.

Anfang 2011 haben die Brüder René und Roy Rath den Landgasthof König von Preußen in Marxzell Frauenalb von ihren Eltern übernommen. Die Entscheidung wurde von beiden Söhnen aus freien Stücken, ohne jeglichen Druck der Eltern getroffen. Beide haben eine entsprechende Ausbildung in der Gastronomie absolviert. Der 23-jährige René ist Restaurantfachmann und sein 25-jähriger Bruder Roy hat in einem Hotel den Beruf des Kochs gelernt. Damit haben beide schon einmal fachlich eine gute Basis für die Weiterführung mitgebracht. Neben den beiden Söhnen arbeiten heute auch drei weitere Angestellte als auch die Eltern der Beiden im Betrieb. Über die Stammmannschaft hinaus stehen weitere 15 flexibel einsetzbare Mitarbeiter zur Verfügung.

Von der Gesellschaftsform ging das Unternehmen im Rahmen der Nachfolgeregelung von einem Einzelunternehmen in eine GmbH über. Die Brüder Rath sind damit beide Geschäftsführer des Betriebes. Um auch rechtlich alles richtig zu machen, haben sich die Brüder juristischen Rat und einen Unternehmensberater zur Seite gestellt. Sie halfen den Raths bei der Erstellung eines Businessplans und den Verhandlungen sowie der Vorstellung bei der Sparkasse Karlsruhe. Darüber hinaus rieten ihnen die Berater zum Förderkredit Startfinanzierung 80 der L-Bank. Hierfür verbürgt sich die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg automatisch zu 80 Prozent.

Am Beispiel des Landgasthof König von Preußen in Marxzell Frauenalb zeigt sich, wie wichtig nicht nur die eigene fachliche Kompetenz der zur Nachfolge relevanten Familienmitglieder ist, sondern dass auch externe Berater mit ihrem entsprechenden Fachwissen zu Rate gezogen werden sollten. Ein weitere Pluspunkt an diesem Beispiel ist, dass die Eltern immer noch im Betrieb unterstützen und so auch einen großen Teil ihres Wissens und ihrer Erfahrung an die Söhne weitergeben können.

Es zeigt sich in jedem Fall, dass Nachfolgen stets gut vorbereitet sein sollten und nicht nur eine „Notlösung“ darstellen dürfen. Der Erfolg der Brüder Rath gibt ihnen Recht, denn seit 2010 können sie sich über steigende Umsätze freuen.

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