Flächenverbrauch rückläufig, doch weit hinter den Zielen

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Foto: Roland Riethmüller

Überall in Deutschland gibt es ein relatives hohes Bauaufkommen, obgleich regional immer noch stark schwankend. Zwar ist dies erfreulich, doch wird damit unter Umständen zu viel Fläche ineffizient verbraucht. So wurde von der Bundesregierung im Rahmen der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie festgelegt, dass die Inanspruchnahme neuer Flächen bis zum Jahr 2020 den Wert von 30 Hektar pro Tag nicht überschreiten solle. Von diesem Zielwert ist man aktuell jedoch noch weit entfernt.

Eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) legt offen, dass der Flächenverbrauch für neue Siedlungen, Gewerbe und Verkehrsinfrastruktur inzwischen zwar rückläufig ist, jedoch immer noch viel zu hoch. So wurden zwischen 2009 und 2012 insgesamt 74 Hektar pro Tag verbraucht, zwischen 2011 und 2014 nur noch 69 Hektar pro Tag. Bei einem Ziel der Bundesregierung von 30 Hektar pro Tag, ist dies allerdings immer noch viel zu große „Verschwendung“. Es gilt also zu ermitteln, in welchen Regionen Sparpotenzial vorhanden ist und dieses dann entsprechend umzusetzen.

Diskrepanz zwischen Stadt- und Landflächenverbrauch

Gemäß der Auswertung von amtlichen Flächenstatistiken von Bund und Ländern, nahm im Jahr 2014 jeder Bürger in Deutschland im Schnitt 602 Quadratmeter Boden in Anspruch. Dabei ging die Zahl der durchschnittlichen Siedlungs- und Verkehrsfläche je Einwohner in kreisfreien Großstädten zwischen 2011 und 2014 ein wenig zurück – um 1,6 Prozent. In dünnbesiedelten ländlichen Landkreisen dagegen stieg sie um 1,5 Prozent im gleichen Zeitraum. Betrachtet man diese Entwicklung in Quadratmetern, nahm der ländliche Einwohner (1.140 Quadratmeter) vier Mal so viel Fläche ein wie der in kreisfreien Großstädten (260 Quadratmeter).

Umdenken bei der Inanspruchnahme neuer Flächen

Es wird also deutlich, dass es definitiv Sparpotenzial in den dünn besiedelten ländlichen Gegenden gibt, um die Ziele der Bundesregierung bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Wenn man sich einmal vor Augen hält, dass bundesweit mehr als 120.000 Hektar nur an Brachflächen und Baulücken vorhanden sind, ist das alarmierend. BBSR-Expertin Gisela Beckmann macht klar: „Es gilt nicht nur in den wachstumsstarken Großstädten Angebote im Innenbereich zu schaffen und Widernutzung zu fördern. Es braucht Kenntnisse diese Potenziale und wirksame Anreizsysteme, um Fehlsteuerungen zu vermeiden. Dazu gehört auch, den Erhebungs- und Begründungsaufwand zu erhöhen, wenn neue Flächen ausgewiesen werden.“

Mit der Novelle des Baugesetzbuches ist wohl ein erster Schritt getan. Denn seitdem müssen Kommunen nachweisen, dass sie freie Flächen in Anspruch nehmen müssen. Diese Begründung wird im Rahmen eines Bauleitplans vorgenommen. Es muss mit den freien Flächen einfach sorgsamer und effizienter umgegangen werden, um langfristig weniger Boden sinnlos  „zu verschwenden“.

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