Frauen im Baugewerbe noch Seltenheit

News | Jennifer Brandt | 15.07.2015
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Foto: Roland Riethmüller

Wer sich im baugewerblichen Handwerk umsieht, dem begegnen zumeist männliche Gesichter. Wer sich mit den Ursachen dafür etwas genauer auseinandersetzt, dem wird klar, dass das Handwerk teilweise selbst dafür verantwortlich ist, dass es so wenige Frauen gibt. Dabei ist es zumeist gerade das weibliche Geschlecht, das positiven Einfluss ausübt. Es lohnt sich also, die Fachkräftegewinnung auch auf Frauen auszuweiten.

Das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) hat im Auftrag des niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung nach den Gründen für die niedrige Frauenquote im Handwerk geforscht. Dies an sich ist keine neue Erkenntnis, doch Dank unterschiedlicher Einzelstudien, Statistiken und der Unterstützung der Handwerkskammern in Niedersachsen formt sich ein Bild, das es so detailliert bisher noch nicht gab.

Es zeigt sich, dass Frauen zwar keine grundsätzliche Seltenheit im Handwerk sind, doch gerade im baugewerblichen Handwerk einfach viel zu rar. Es sind eher die typischen Berufe die Frauen, wie Friseurin, in denen Frauen derzeit präsent sind. Doch auch im baugewerblichen Bereich findet ein langsamer Wandel statt. So sind es hier vor allem die Branchen Tischler/-in sowie Maler/-in und Lackierer/-in, die Frauen nach dem Schulabschluss wählen.

Die Frauen, die sich nach der Schule für eine duale Ausbildung im Handwerk interessieren sind immer öfter auch sehr gut gebildet. Längst sind es auch die Absolventinnen mit (Fach-)Hochschulreife, die einen handwerklichen Beruf wünschen. Doch gerade auf diese Zielgruppe konzentriert sich das Handwerk immer noch viel zu wenig.

Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass es großen Nachholbedarf gibt, um junge Frauen für das Handwerk zu gewinnen. Dabei sind im Grunde alle gleichermaßen gefragt. Schon die allgemeinbildenden Schulen müssen beginnen, das große Spektrum im Handwerk zu zeigen. Danach sind es vor allem die handwerklichen Betriebe, die sich ihrer Rolle bewusst werden müssen und sich selbst attraktiver für den weiblichen Nachwuchs präsentieren sollten.

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