Fusionen und Übernahmen der Bauwirtschaft: Wer ist Gewinner?

Fusionen und Übernahmen der Bauwirtschaft Wer ist Gewinner
Foto: Roland Riethmüller

Wer sind die erfolgreichsten Unternehmen der Bauwirtschaft im Hinblick auf Fusionen und Übernahmen? Dieser Frage ist eine aktuelle Studie nachgegangen. Demnach ist eine hohe Anzahl entsprechender Aktivitäten ein gutes Indiz für einen hohen wirtschaftlichen Erfolg. So wird die aufgestellte Top-30-Liste von vier Bauzulieferer und ein Hochbauunternehmen angeführt. Alle Gewinner wachsen überdurchschnittlich, sind finanziell sehr erfolgreich und ausgesprochen profitabel. Damit sind sie gerade in turbulenten Zeit im Vergleich zum Wettbewerb bestens aufgestellt.

Mit dem Ranking “M&A-Bau-Champions 2022 – M&A-Strategien der erfolgreichsten Unternehmen” wird ein Zusammenhang zwischen Fusionen und Übernahmen (Englisch: Mergers and Acquisitions, kurz M&A) mit dem nachhaltigen Unternehmenserfolg hergestellt. Die auf die Bauwirtschaft spezialisierte Strategie- und M&A-Beratung S&B Strategy hat dazu 29.000 mittlere und große M&A-Transaktionen im Zeitraum von 2012 bis 2021 von Unternehmen aus der DACH-Region quantitativ ausgewertet. Dabei wurden in einem zweistufigen Prozess zuerst baurelevante Transaktionen von Unternehmen mit mehr als zwei Transaktionen herausgefiltert. Anschließend wurden die 1.400 ermittelten Transaktionen der knapp 800 Unternehmen der Bauwirtschaft und Bauzulieferindustrie in Hinblick auf ihren wirtschaftlichen Erfolg durch die M&A-Aktivität genauer analysiert.

Das sind die fünf M&A-Champions der Bauwirtschaft

Die Top-5 der erfolgreichsten Unternehmen der Bauwirtschaft sind die Bauzulieferer Sika, Wienerberger, SFS und Würth sowie das Hochbauunternehmen Strabag. Sie alle sind für Investitionen bestens durch eine sehr hohe Kapitalisierung sowie hohe Rentabilität und Eigenkapital-Quote aufgestellt. In der Top-30 der Unternehmen mit einer großen Aktivität im Bereich Mergers & Acquisitions dominieren vor allem Zulieferbetriebe. Sie stammen vor allem aus Deutschland und der Schweiz. Nur 27 Prozent der Unternehmen in den Top-30 kommen aus der Bauausführung. Im Durchschnitt verzeichneten die Top-30-Unternehmen in den untersuchten zehn letzten Jahren elf baurelevante Fusionen und Übernahmen. 59 Prozent dieser Transaktionen waren auf den DACH-Raum beschränkt. Das bestätigt die nach wie vor hohe Regionalität der Bauwirtschaft.

Dreimal schnelleres Wachstum als der Markt

„Die Top-30 sind hinsichtlich ihrer Finanzkennzahlen deutlich überlegen“, erklärt Patrick Seidler, Managing Partner bei S&B Strategy. “Sie wachsen im Durchschnitt dreimal stärker als der Markt.“ So lässt sich der Erfolg durch Fusionen und Übernahmen besonders am Unternehmen Sika belegen. Als M&A-Bau-Champion der Studie kam es im beobachteten Zeitraum auf 43 getätigte Transaktionen. Sein Umsatzwachstum lag bei ungefähr sieben Prozent pro Jahr und die EBITDA-Marge verbesserte sich um 7,1 Prozentpunkte.

Laut S&B Strategy zeichnen sich die Unternehmen in der Top-30 des Rankings für ihre Fusionen und Übernahmen durch eine klare M&A-Strategie aus. Sie ist auf zuvor festgelegte zentrale Unternehmensziele abgestimmt und legt einen starken Fokus auf die Integration der gekauften Unternehmen. „Die erfolgreichsten Spieler setzen nicht nur den Fokus auf die Transaktion selbst, sondern auch auf eine wertstiftende Integration in die Unternehmensgruppen“, so Seidler.

Drei Schritte für erfolgreiche M&A-Aktivitäten

Basierend auf ihrer Studie empfehlen die Unternehmensberater drei Schritte für erfolgreiche Fusionen und Übernahmen. Die Betriebe sollten zunächst „Fähigkeitslücken im bestehenden Leistungsportfolio“ erkennen. Diese Lücken lassen sich im zweiten Schritt durch die Identifizierung und den Zukauf von passenden Unternehmen theoretisch schließen. Abschließend erfolgt eine erfolgreiche Integration in bestehende oder neue Strukturen, um die Lücken auch praktisch zu beseitigen. “Die Gewinnerunternehmen unserer Studie profitieren von einer ‚Positivspirale‘, denn Umsatzwachstum und operative Effizienz führen zu profitablem Wachstum, die sich in einer stabilen Finanzstruktur widerspiegelt”, begründet Seidler den nachhaltigen Erfolg einiger Marktteilnehmer in schweren Zeiten.

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