Gebäudesektor fängt Jobs auf - 125.000 neue Stellen am Bau

News | Frank Kessler | 03.02.2021
Gebäudesektor fängt Jobs auf - 125.000 neue Stellen am Bau
Foto: Roland Riethmüller

Während im Bauwesen Fachkräftemangel herrscht, fallen in anderen Wirtschaftsbereichen durch die Pandemie etliche Jobs weg. Eine aktuelle Studie hat untersucht, ob diese durch die Bauwirtschaft aufgefangen werden können. Demnach prognostizieren die Marktforscher tatsächlich, dass im Gebäudesektor rund ein Viertel der freigesetzten Arbeitskräfte eine neue Beschäftigung finden könnten. Dort werden neben Mitarbeitern aus dem Baugewerbe auch Fachkräfte aus den Bereichen Elektrotechnik, IT, Ingenieurwesen und Büro benötigt.

Die Baubranche hat zwar volle Auftragsbücher, leidet aber unter Fachkräftemangel. Das ist einer der Gründe, warum es beim Wohnungsbau nur schleppend vorangeht. Eine aktuelle Studie von Prognos im Auftrag vom Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG) und dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) ergab, dass nach der Corona-Pandemie rund eine halbe Million Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen könnten. Insgesamt circa ein Viertel davon könnte jedoch die Baubranche direkt auffangen.

Freiwerdende Arbeitskräfte werden zur Steigerung der Sanierungsquote benötigt

Im Gebäudesektor fällt rund ein Drittel der Treibhausemissionen an. Aus diesem Grund will die Regierung die Sanierungsquote von einem Prozent auf drei Prozent erhöhen. Bisher wurde dieses Ziel wegen des Fachkräftemangels ausgebremst. Die Nachfrage nach Heizungen auf Basis Erneuerbarer Energien ist im vergangenen Jahr aber deutlich angestiegen. "Die Klimaschutzziele in Deutschland erfordern umfangreiche Investitionen in die Gebäudemodernisierung”, appelliert BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter. “Das Potenzial für heimische Wertschöpfung und eine erhebliche beschäftigungspolitische Offensive ist entsprechend groß". Deshalb sollte das frei werdende Potenzial an Fachkräften in den Gebäudesektor transferiert werden. Das wäre allerdings nicht bei jeder Fachkraft zu realisieren. Vielmehr wird mit einem Drittel gerechnet. Dennoch würde hier ein großer Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet werden.

Der Gebäudesektor fördert Klimaziele

Der energetische Gebäudemarkt hat Zukunft und ist deshalb für Arbeitnehmer attraktiv. BuVEG und BEE wünschen sich deshalb, dass dieses Potenzial von der Bundesagentur für Arbeit erkannt wird und entsprechende Weiterbildungsprogramme anbietet. Zum Erreichen der Klimaziele ist der Gebäudesektor sehr wichtig. Nur so könnten die europäischen und nationalen Klimaziele auch erreicht werden. Allerdings stellt sich die berechtigte Frage, warum der Fokus vorwiegend auf den Sanierungen liegt, denn auch im Neubau gibt es Ansätze. Der Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) fordert schon lange eine Begrünung der Dächer, sofern dies möglich wäre. Die Kompensierung erfolgt durch die Einsparung der Energiekosten. Außerdem haben begrünte Gebäude einen klimatischen, energetischen und stadtsoziologischen Mehrwert im Gebäudesektor.

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