Mit einer neuen Vereinbarung zum digitalen Datenaustausch rüsten sich Soka-Bau und Zoll gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung. Der direkte Zugriff auf Unternehmens- und Beschäftigtendaten – auch von ausländischen Betrieben – ermöglicht schnellere Kontrollen und stärkt den fairen Wettbewerb in der Bauwirtschaft. Moderne digitale Prozesse sollen den Aufwand für Ermittlungen deutlich senken und rechtstreue Bauunternehmen schützen. Gleichzeitig stärken beide Institutionen durch die Digitalisierung zugleich ihre Position, um in Zeiten wachsender Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Bauwirtschaft in Deutschland steht seit Jahren im Fokus, wenn es um die Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung geht. Nun setzen die Sozialkassen der Bauwirtschaft (Soka-Bau) und die Zollverwaltung ein deutliches Zeichen: Eine neue Vereinbarung zum digitalen Datenaustausch wurde unterzeichnet. Ziel ist es, Kontrollen effizienter zu gestalten, Missstände schneller aufzudecken und die fair arbeitenden Betriebe zu schützen. Der Schritt gilt als wichtiger Meilenstein, um den hohen Schaden durch Schattenwirtschaft zu begrenzen und den Wettbewerb in der Branche zu sichern. Denn mit der neuen Regelung wird der Datenfluss zwischen Soka-Bau und dem Zoll deutlich verbessert. Neben Informationen zu inländischen Betrieben und deren Beschäftigten werden künftig auch Daten von ausländischen Unternehmen erfasst, die ihre Arbeitskräfte auf Baustellen in Deutschland einsetzen. Über die Online-Plattform „Soka-Net“ können die Daten flexibel abgerufen werden, was den Zeitaufwand in der Praxis erheblich reduziert und eine zielgerichtete Kontrolle ermöglicht.
Effizienzgewinn durch Digitalisierung bei Zoll und Soka-Bau
Die Zusammenarbeit von Zoll und Soka-Bau ist nicht neu, wird aber durch die jüngste Vereinbarung auf eine zeitgemäße technische Basis gestellt. Durch den digitalen Austausch lassen sich relevante Informationen nahezu in Echtzeit bereitstellen. Das stärkt die Handlungsfähigkeit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS), die im Auftrag des Bundes für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sorgt. „Die Digitalisierung bei der Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung ist ein zentrales Anliegen der Generalzolldirektion“, erklärte Constanze Voß, Leiterin der Direktion VII (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) in Köln. „Die Vereinbarung mit Soka-Bau passt gut zu den aktuellen Entwicklungen und trägt dazu bei, die Effizienz unserer Arbeit weiter zu steigern. Sie sendet ein klares Signal: Soka-Bau und Finanzkontrolle Schwarzarbeit verfolgen ein gemeinsames Ziel und arbeiten eng zusammen.“
Schutz für rechtstreue Unternehmen vor Schwarzarbeit
Für die Bauwirtschaft bringt die neue Vereinbarung einen wichtigen Vorteil: Betriebe, die gesetzeskonform handeln, profitieren von einer gezielten Bekämpfung unlauterer Konkurrenz. Illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit verzerren nicht nur den Wettbewerb, sondern führen auch zu hohen finanziellen Schäden. „Im Interesse der ordnungsgemäß und korrekt arbeitenden Baubetriebe stärken wir die Ordnungsfunktion von Soka-Bau auch mit den Mitteln, die uns die Digitalisierung bietet“, betont Gerhard Mudrack, Vorstand von Soka-Bau. Sein Vorstandskollege Werner Schneider ergänzt: „Die bereits gute und jahrelang etablierte Zusammenarbeit mit dem Zoll wird durch den digitalen Datenaustausch in der Praxis künftig deutlich vereinfacht.“ Gleichzeitig rüsten sich mit der digitalen Vernetzung die Zollverwaltung und Soka-Bau für die wachsenden Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Die Maßnahme gilt als deutlicher Schritt in Richtung moderner Kontrolle, der sowohl die Durchsetzung von Recht und Ordnung als auch den fairen Wettbewerb im Baugewerbe stärkt.

















