Gestiegene Baumaterialpreise verteuern den Wohnungsneubau

News | Frank Kessler | 15.10.2021
Gestiegene Baumaterialpreise verteuern den Wohnungsneubau  Die Preise für den Wohnungsneubau sind drastisch angestiegen. Der Grund dafür sind die stark angestiegenen Baumaterialpreise. Die Bauunternehmen können diese gestiegenen Preise nicht allein tragen. Schon jetzt bleiben die Unternehmen bei laufenden Verträgen auf den Kosten sitzen, wenn nicht zuvor eine Stoffpreisgleitklausel vereinbart wurde. Dabei sind nicht nur die Preise für Holz stark angestiegen, sondern auch Betonstahl ist deutlich teurer gewor
Foto: Roland Riethmüller

Die Preise für den Wohnungsneubau sind drastisch angestiegen. Der Grund dafür sind die stark angestiegenen Baumaterialpreise. Die Bauunternehmen können diese gestiegenen Preise nicht allein tragen. Schon jetzt bleiben die Unternehmen bei laufenden Verträgen auf den Kosten sitzen, wenn nicht zuvor eine Stoffpreisgleitklausel vereinbart wurde. Dabei sind nicht nur die Preise für Holz stark angestiegen, sondern auch Betonstahl ist deutlich teurer geworden.

"Der deutliche Preisanstieg für neue Wohngebäude im August 2021 von 12,6 Prozent binnen Jahresfrist ist vor allem auf die stark gestiegenen Baumaterialpreise zurückzuführen. Für unsere Unternehmen bedeutet dies aber keine Ergebnissteigerung", kommentierte der Geschäftsführer der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Thomas Möller, die vom
Statistischen Bundesamt veröffentlichten aktuellen Baupreisindizes. Hinzu kämen die Auswirkungen der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2020. Ohne diese läge der Preisanstieg bei 9,7 Prozent. Doch es sieht so aus, als würde sich die Preisspirale weiter drehen. Zwischen Mai und August sind die Preise weiter um 3,5 Prozent gestiegen.

Preisanstieg und gestiegene Nachfrage haben Auswirkungen auf den Wohnungsneubau

Möller weist darauf hin, dass die Kosten für Baumaterial im Jahr 2021 auch wegen der hohen Nachfrage und der gleichzeitigen Materialknappheit deutlich angezogen hätten. Der Erzeugerpreisindex für Bauholz lag im August 120 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig haben sich die Preise für Zimmer- und Holzbauarbeiten um 46,5 Prozent verteuert. Die Bauunternehmen seien nicht in der Lage, diese Preissteigerungen allein aufzufangen, zumal die Umsatzrendite im Vergleich zu anderen Branchen beim Bau niedriger seien. Möller sagte dazu, dass sie gezwungen wären, diese bei neuen Projekten mit einzukalkulieren. Immerhin müssten die Unternehmen bei bereits laufenden Verträgen die gestiegenen Kosten selbst tragen, sofern im Vorfeld keine Stoffpreisgleitklausel ausgemacht wurde. 

Höhere Baumaterialpreise bei Holz und Betonstahl

Drastisch gestiegen sind aber nicht nur die Preise für Holz. Auch beim Betonstahl sind die Preise stark angezogen. Insgesamt haben sich diese um 87 Prozent verteuert. Das wirke sich nicht nur auf den Wohnungsneubau aus, sondern auch auf den Neubau von Straßenbrücken. Hier betrüge die Steigerung rund 13 Prozent. Möller sagte weiter, dass man die Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) realistisch betrachte. Für das Jahr 2021 werde mit einem Anstieg von rund 7,1 Prozent gerechnet. Zum neuen Jahr sei allerdings damit zu rechnen, dass sich die Lieferengpässe und die damit verbundenen Preissteigerungen für Baumaterialien beruhigen werden.

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