Green Deal: Bauwirtschaft setzt auf Nachhaltigkeit

Green Deal: Bauwirtschaft setzt auf Nachhaltigkeit

Geht es nach der Europäischen Union, dann soll bis zum Jahr 2050 der Gebäudebestand vollständig dekarbonisiert werden. Ziel ist es, dass die Gebäude in Zukunft quasi keine Energie mehr verbrauchen. Das allerdings stellt eine große wirtschaftliche Herausforderung dar, von der EU-Bürger wie Unternehmen gleichermaßen betroffen sind. Mit Nachhaltigkeit beim Bauen soll die Gesundheit des Menschen, die ökonomische Leistungsfähigkeit und die kulturellen Werte erhalten werden.

Im Rahmen des Green Deals will die Europäische Union den Gebäudebestand bis zum Jahr 2050 dekarbonisieren. Diese EU-Richtlinie aus dem Jahr 2021 ändert damit die klassischen Denkmuster. Denn daraus ergibt sich zum ersten Mal für alle Mitgliedsstaaten eine konkrete Verpflichtung, Bestandsgebäude energetisch zu sanieren und Neubauten emissionsfrei zu errichten. Für die Betroffenen ist dies eine große wirtschaftliche Herausforderung. „Gleichzeitig ist es auch eine große Chance, einerseits die Klimaziele noch erreichen zu können und andererseits die Weichen in Richtung nachhaltiges Bauen zu setzen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Markus Koschlik, Professor im Studiengang Bauingenieurwesen am Center for Advanced Studies der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW CAS).

Green Deal erfordert Nachhaltigkeit

Nachhaltiges Bauen beschreibt das Bestreben, alle vorhandenen Schutzgüter, wie begrenzt verfügbare Ressourcen, die Umwelt, die ökonomische Leistungsfähigkeit, die menschliche Gesundheit, aber auch soziale und kulturelle Werte zu bewahren. Die Bedeutung von nachhaltigem Bauen sollte nicht unterschätzt werden. Blickt man auf die Zahlen der Bauwirtschaft in Deutschland, dann erkennt man schnell, dass diese die meisten Rohstoffe in Deutschland verbraucht. Außerdem hat sie mit über 50 Prozent den größten Teil des Abfallaufkommens. Die Entwicklung neuer Flächen verursacht einen Verbrauch von täglich 50 Hektar. Das sind 50 Fußballfelder. Zudem werden durch die Herstellung, Errichtung, Modernisierung, Nutzung und Betrieb von Wohn- und Nichtwohngebäuden insgesamt circa 40 Prozent aller CO2-Emissionen Deutschlands verursacht. Das sind die Gründe, warum sich die Bauwirtschaft nicht vor Nachhaltigkeit drücken darf. Stattdessen ist es Pflicht, die Produkte immer wieder zu verbessern.

Bauwirtschaft setzt auf nachhaltiges Bauen

Bei der Nachhaltigkeit beim Bauen müssen die ökologischen Aspekte in den Fokus gestellt werden. Die durch Treibhausgase entstehenden Umweltfolgekosten dürfen nicht noch höher werden. Aktuell betragen diese 180 bis 200 Euro pro Tonne CO2. Die sogenannten grauen Energien sollten viel mehr in den Fokus gestellt werden. Ein ökologisches Bauen kann durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe erreicht werden. Das nachhaltige Sanieren ist ebenfalls ein großes Thema. Alle Industrienationen sind großflächig bebaut. Das Immobilienanlagevermögen in Deutschland betrug im Jahr 2019 fast 17 Billionen Euro. Besonders wichtig ist die Sanierung des Altbestandes, der bereits vor dem Jahr 1970 gebaut wurde.

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