Großes Interesse an der Energiesprong Gebäudesanierung

News | Frank Kessler | 12.12.2019 Großes Interesse an der Energiesprong Gebäudesanierung
Foto: dena

Mit einem Pilotprojekt in Hameln hat die serielle Gebäudesanierung nach Energiesprong in Deutschland ihre Premiere gefeiert. Dabei ist die hohe Kostenersparnis auf großes Interesse gestoßen. Rund 150 Wohnungsexperten konnten miterleben, wie die ersten Fassadenelemente bei einem unsaniertes Gebäude aus den 30er Jahren mit insgesamt zwölf Wohneinheiten montiert wurden. Das Pilotprojekt verlief erfolgreich, denn in nur wenigen Minuten war die Arbeit erledigt.

In Hameln wurde zum ersten Mal damit begonnen, ein Gebäude nach dem Prinzip Energiesprong zu sanieren. Das Mehrfamilienhaus stammt aus den 30er Jahren und hat zwölf Wohnungen. "Wir testen hier die serielle Sanierung, weil wir die energetische Erneuerung mit günstigen Mieten zusammenbringen wollen", erklärt Florian Schrage, Asset Manager der Arsago Gruppe. Das Ergebnis war erstaunlich. Innerhalb von wenigen Minuten wurden Fassadenelemente in die richtige Position gebracht. Die Fenster, die Dämmung, die Elektrik und die Lüftungskanäle sind bereits montiert und das Ganze muss nur noch vor die alte Fassade gesetzt werden. Später wird auf dem Dach eine Solaranlage installiert, die genug Energie produzieren soll, um den eigenen Bedarf an Strom und Wärme zu decken.

Serielle Gebäudesanierung ist ein Meilenstein in der Umsetzung der Energiewende

Das Pilotprojekt liegt im Stadtteil "Kuckuck", einem Viertel, das bisher vermüllt war. Die Häuser stammen zum größten Teil noch aus den 30er Jahren und hatten nicht gerade ein gutes Image. Die Leerstandquote lag bei 80 Prozent. Im Jahr 2017 hatte die Arsago Gruppe die Gebäude verkauft. Der Müll ist jetzt verschwunden und der Leerstand ist sogar auf 20 Prozent gesunken. Damit die Häuser aber auch langfristig für Mieter interessant sind, mussten sie energetisch saniert und optisch erneuert werden. Wie das Projekt deutlich gemacht hat, ist eine solche Vorgehensweise in Deutschland möglich. Für dieses Vorhaben gab es Fördermittel. Damit verspricht man sich gegenüber herkömmlichen Sanierungsmethoden eine Kostenersparnis von 20 bis 30 Prozent. Bei den Planungs- und Umsetzungszeiten verspricht man sich ebenfalls Verkürzungen. Eine Gebäudesanierung nach Energiesprong ist besonders bei Ein- und Mehrfamilienhäusern mit hohem Energieverbrauch vielversprechend. Auf den Erfolg dieser Art der Gebäudesanierung hat man gewartet. Aktuell werden mit den Wohnbaugesellschaften Gespräche geführt, um noch weitere 700 Wohnungen auf diese Weise zu sanieren. In Köln, Bochum und in Hessen sind weitere Projekte geplant und der große Besucherandrang zur Präsentation auf der Baustelle hat das immense Interesse bewiesen.

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