Großprojekte am Bau - Umsetzung Reformvorschläge gefordert

News | Frank Kessler | 20.12.2017
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Foto: Roland Riethmüller

Die Bauindustrie sieht die Umsetzung der Empfehlungen der Reformkommission Bau von Großprojekten als eine der wichtigsten Aufgaben der Bundesregierung in der neuen Legislaturperiode. Für mehr Kostensicherheit und Termintreue müsse demnach vor allem das Planen und Bauen unter Verwendung digitaler Technologien besser aufeinander abgestimmt, sowie die Risiken besser abgeschätzt und gemanagt werden.

Ob Berliner Flughafen BER oder der Stuttgarter Bahnhof Stuttgart 21 - über den Bau neuer Großprojekte wurde bereits viel und lange debattiert. Nicht zuletzt im Hinblick auf die neu aufflammende Diskussion um Kosten- und Terminüberschreitungen bei öffentlichen Großprojekten fordert der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) in der neuen Legislaturperiode eine schnelle Umsetzung der Reformvorschläge. Denn die Schwerpunkte der von der Reformkommission Bau von Großprojekten bereits Mitte 2015 genannten Defizite bei der Planung und Realisierung öffentlicher Großprojekte reichen von politisch motivierter statt objektiver Schätzung der Kosten über ungenaue Wünsche der Bauherren, nicht ausgereifte Planungen sowie unzureichende Abstimmung bei Planung und Bau bis hin zu fehlender bzw. unzureichender Risikovorsorge.

10 Empfehlungen der Reformkommission Bau von Großprojekten

Die Reformkommission hatte zehn Empfehlungen ausgesprochen, um den Bau der Großprojekte in Zukunft effizienter zu gestalten. So soll deren Planung von Anfang an mit mehr Baukompetenz erfolgen als bisher. Dazu sollen sich öffentliche Auftraggeber, Planer und die Bauindustrie dringend früher und intensiver über die Großprojekte abstimmen, was zum Beispiel auf der Basis von Partnerschaftsmodellen geschehen kann. Diese seien der Regierung seitens der Bauindustrie seit langem vorgeschlagen worden. Darüber hinaus sollte die Planung die Risiken der Großprojekte durch objektivere Bewertung besser erfassen und danach auch die finanzielle Risikovorsorge zum Beispiel in Form von entsprechend gestalteten Risikobudgets ausrichten.

Bessere Nutzung digitaler Möglichkeiten

Gerade vor dem Hintergrund der durch die Reformkommission vorgeschlagenen Lösungsansätze drängt HDB-Präsident Peter Hübner auf eine bessere Abstimmung der Planung und Ausführung von Großprojekten mit einer digitalen Plattform, auf der sich die Beteiligten bis in die Planungsdetails hinein informieren und untereinander austauschen können. So wären zum Beispiel Widersprüche in Planungen für Großprojekte frühzeitiger zu erkennen.

Stufenplan zur Einführung von BIM

Hübner betonte ferner, dass die Erkenntnisse und Lösungsvorschläge der Reformkommission jetzt so hinreichend bekannt seien, dass die Bundesregierung während der neuen Legislaturperiode prioritär Entscheidungen zugunsten dieser Vorschläge treffen könne und solle. Auch lobte er in diesem Zusammenhang, dass das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) auf die Vorschläge der Reformkommission bereits mit ersten Schritten zur Entwicklung einer digital gestützten Infrastruktur für die Kommunikation zwischen Planern, Ausführenden und öffentlichen Bauherren positiv reagiert habe. So habe das Ministerium einen Stufenplan zur Einführung eines Systems für Building Information Modeling (BIM) entwickelt. Dies sei ein wichtiger Schritt zur Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur zur Planung der öffentlichen Großprojekte. Im nächsten Schritt müssten laut Hübner Standards entwickelt werden, um BIM ab 2020 verbindlich bei der Planung von Großprojekten einführen zu können.

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