Großprojekte weisen verschiedene Defizite auf

News | Jennifer Brandt | 31.10.2013
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Foto: Slawomir Podskrob / pixelio.de

Baustellen gibt es in Deutschland viele, wobei die Größe dabei erst mal keine übergeordnete Rolle spielt. Dennoch sind in der Öffentlichkeit vor allem die Großprojekte im Fokus, die einfach nicht fertig werden. Der Bürger fragt sich nur allzu oft, woran es liegt, dass es nicht vorangeht. Im privaten Baubereich könnte man sich solche Verzögerungen doch längst nicht leisten. BauInfoConsult hat daher Bauprofis zu diesem Thema befragt.

Stuttgart 21, der Berliner Flughafen BER oder auch die Elbphilharmonie sind Paradebeispiele dafür, wie sehr ein Großprojekt aus dem Ruder laufen kann – sowohl finanziell, wie auch hinsichtlich des Fertigstelltermins. Wer im privaten Bereich einen Hausbau plant, macht sich bewusst, welche Kosten ihn erwarten und wie viel Zeit die Bauphase in Anspruch nehmen wird. Letztlich sind dies ja auch alles Richtwerte für eine Kreditfinanzierung etc. Blickt man nun auf Großprojekte der deutschen Bauwirtschaft, fragt man sich allerdings, ob diese Aspekte hier auch gegriffen haben.

Bei näherer Betrachtung der möglichen Fehler bei Großprojekten im öffentlichen Bereich finden wir schnell die Schuldigen. Entweder ist es die Politik oder aber auch die nicht ordentlich arbeitenden Baufirmen. Die Analyse dabei derart zu pauschalisieren ist jedoch nicht gerechtfertigt, wie auch eine Studie des Marktforschungsinstituts BauInfoConsult belegt.

Im Rahmen der Umfrage haben die Marktforscher 540 Profis der Baubranche zu den Fehlern bei Großprojekten befragt. Die Schuldigen finden sich hier auf beiden Seiten gleichermaßen. So sieht jeder zweite Architekt oder Bauunternehmer das Problem beim Auftraggeber. Vor allem Fehlplanungen oder Planungsunfähigkeit wurden hier genannt, aber auch das politische Versagen war Thema. Ferner hält jeder dritte Bauunternehmer und jeder zweite Planer Fehler in der Bauausführung für ein Defizit.

Wenn man nun die Fehler bei den ausführenden Firmen sucht, wäre es zu einfach, es auf mutwillige Inkompetenz o.ä. zurückzuführen. Vielmehr ist es meist der Kostendruck, der Bauunternehmen in die Schranken weist. Aber auch die unklaren Forderungen der Auftraggeber und die schlechte Kommunikation zwischen den involvierten Partnern erschweren eine reibungslose Abwicklung zusätzlich.

Die Meinung der SHK-Fachleute, die ebenfalls befragt wurden, fällt etwas anders aus. Hier bewertet man den Kostendruck als Hauptproblem und erst dann folgen die schlechte Bauausführung und die unklaren Vorgaben seitens des Auftraggebers. Für das SHK-Handwerk ist also weniger der Auftraggeber - also die Politik - als vielmehr die Bauwirtschaft selbst verantwortlich an den Missständen auf den Baustellen der Großprojekte in Deutschland.

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