Häufige Berufskrankheit am Bau - Arthrose besser vorbeugen

News | Frank Kessler | 18.09.2020
Häufige Berufskrankheit am Bau - Arthrose besser vorbeugen
Foto: BG Bau

Bei vielen Bautätigkeiten müssen Fachkräfte auch auf Knien arbeiten. Daraus kann eine weit verbreitete Berufskrankheit am Bau entstehen. Denn häufig kommt es deshalb zu einer Arthrose im Kniegelenk. Es gibt Vorkehrungen, bei denen die Beanspruchungen auf das Knie gemindert werden. Knieschutzhosen mit Einlegepolster sind geeignete Hilfsmittel, um einen vorzeitigen Verschleiß zu verlangsamen. Welcher Knieschutz erforderlich ist, hängt vom Untergrund und der Art der Arbeiten ab.

In den letzten zehn Jahren sind rund 7.300 Verdachtsanzeigen auf Gonarthrose der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) gemeldet worden. Diese Arthrose des Kniegelenks entsteht häufig aufgrund einer arbeitsbedingten Dauerbelastung durch ständiges Knien oder Hocken. Allein im Jahr 2019 mussten für Heilbehandlungen, Reha und Renten mehr als acht Millionen Euro aufgebracht werden. Ein Drittel aller Arbeitsunfähigkeitstage entfiel auf Gelenkerkrankungen. Das teilte das wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) mit.

Der Arthrose rechtzeitig vorbeugen

Die BG Bau gibt in ihrem Kniekolleg Tipps, wie der Arthrose wirksam entgegengesteuert werden kann. Genetische Faktoren und Übergewicht sind nicht die einzigen Gründe für diese Krankheit. Verschleiß ist die Hauptursache für Gonarthrose. Das Kniegelenk besteht aus Knochen, Muskeln, Sehnen, Nerven und Bändern. Wenn es bei der Arbeit zu stark belastet wird, kann es schleichend erkranken. Davon sind besonders Boden-, Estrich-, Fliesen-, Parkettleger sowie Steinsetzer, Pflasterer, Installateure und Dachdecker betroffen.

Am besten auf ergonomischer Arbeitshöhe arbeiten

"Dabei gibt es praktische Maßnahmen, mit denen sich Beanspruchungen verringern lassen", erklärt Bernhard Arenz, Präventionsleiter der BG Bau. Ein wichtiger Faktor ist demnach eine ergonomische Arbeitshöhe. Installateure wären zum Beispiel weniger belastet, wenn sie bei Vormontagen eine gute Haltung einnehmen. Das gilt auch für das Fliesenschneiden, das lieber an einem Tisch stehend als auf dem Boden kniend durchgeführt werden sollte.

Vorsorge gegen Verschleiß im Knie

Wenn Tätigkeiten im Hocken und Knien allerdings nicht zu vermeiden sind, dann sorgt regelmäßige Abwechslung für Entlastung. Eine weitere Erleichterung für den Rücken sind Hosen mit Knieschutzpolster oder ein Kniesitz, der am Unterschenkel befestigt wird. Auch Knierollwagen können helfen. Die Knieschützer verhindern letztlich einen direkten Kontakt auf dem harten und kalten Boden. Das vermeidet den gefährlichen Druck auf die Schleimbeutel.

Weitere Maßnahmen gegen Arthrose

Welcher Knieschutz tatsächlich sinnvoll ist, hängt vom Untergrund und von der Arbeit ab. Mitunter hilft auch ein lose auf dem Boden liegender Knieschutz, die Knie zu schützen. Bei der BG Bau Versicherte können prüfen lassen, ob bereits eine Arthrose im Knie vorliegt. In solchen Fällen wird das Kniekolleg in Zusammenarbeit mit berufsgenossenschaftlichen Reha-Zentren angeboten. Die Beschäftigten bekommen ein kostenloses Training und Schulungseinheiten. Hier lernen sie, mit berufsbedingten Belastungen der Knie umzugehen. Das Ziel ist, dass sich die Beschwerden der Arthrose nicht verschlimmern.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.

Wir stellen diese Frage, um automatisierten Spam zu verhindern.

Das könnte Sie auch interessieren.