Handwerk kritisiert Ein-Personen-Gesellschaft

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Foto: Roland Riethmüller

Das Handwerk unterstützt zwar den Gedanken zur Schaffung einer europäischen Kapitalgesellschaftsform für den Mittelstand, lehnt jedoch den aktuell vorgelegten Richtlinienentwurf zur Schaffung einer Societas Unius Personae (SUP) entschieden ab. Durch die Online-Gründung dieser Ein-Personen-Gesellschaft werden die Rahmenbedingungen nicht ausreichend geprüft und die Geschäftspartner einem erhöhten Risiko ausgesetzt, erklärt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).

Die EU-Kommission hatte im April 2014 einen Richtlinienentwurf zur Schaffung einer neuen Gesellschaftsform für kleine und mittlere Unternehmen veröffentlicht. Das Ziel bestand darin, eine „Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit einem einzigen Gesellschafter“ zu etablieren, für die in allen Mitgliedsstaaten die gleichen Vorschriften und die unionsweite Abkürzung SUP (Societas Unius Personae) gelten. Das Plenum des Deutschen Bundestages hat nun Position zur Ein-Personen-Gesellschaft bezogen und fordert die Bundesregierung auf, die Richtlinie abzulehnen und einen neuen Vorschlag vorzulegen zu lassen. „Die Stellungnahme des Bundestages ist ein wichtiges Signal nach Brüssel“, freut sich Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Gleichzeitig bekräftigt Schwannecke die Bedenken des Deutschen Bundestages, dass nationale Vorschriften über die Mitbestimmung, sowie das Handelsregister- und des Steuerrechts ausgehebelt werden. „Die Interessen von Gläubigern, Verbrauchern und Arbeitnehmern werden durch die Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen ohne angemessene Kapitalausstattung kaum berücksichtigt.“

Darüber hinaus sei im Rahmen der Online-Eintragung der Ein-Personen-Gesellschaft innerhalb von drei Tagen weder eine Prüfung des Gründers noch der eingereichten Unterlagen möglich, bemängelt der ZDH-Generalsekretär. So unterstütze das Handwerk zwar die Förderung der grenzüberschreitenden Tätigkeiten kleiner und mittlerer Unternehmen, schließe sich jedoch der Forderung zur Vorlage eines neuen Vorschlages an.

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