Handwerk missbilligt Bildungsfreistellungsgesetz

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Foto: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar

Vielen ist der Begriff Bildungsurlaub bekannt und der eine oder andere Betriebsinhaber hat diesen schon gewährt oder vielleicht aus seiner Zeit als Angestellter sogar selbst schon mal in Anspruch genommen. Dennoch kritisiert das Handwerk das geplante Bildungsfreistellungsgesetz. Auch der Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT) äußerte dem Ministerpräsidenten gegenüber diesbezüglich seinen Unmut und erwartet entsprechende Maßnahmen von der Landesregierung Baden-Württembergs.

Nach dem Gesetz stehen einem Beschäftigten fünf Tage bezahlter Bildungsurlaub zu. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können dies jedoch finanziell unter Umständen überhaupt nicht stemmen. So zumeist auch im Handwerk. Dennoch kann man geeignete Regelungen finden, die für Mitarbeiter und Betrieb akzeptabel sind. Dies ist unter anderem über Betriebsvereinbarungen oder Regelungen im Tarifvertrag möglich.

In vielen Bundesländern gilt bereits das Bildungsfreistellungsgesetz. Lediglich in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen ist dies derzeit nicht der Fall. In Baden-Württemberg wird von der Landesregierung derzeit jedoch die entsprechende Einführung des Bildungsfreistellungsgesetzes erwogen. Doch dieses Vorhaben stößt auf deutliche Gegenwehr seitens des BWHT.

Abgesehen davon, dass man der Meinung ist, dass es finanziell für viele Betriebe überhaupt nicht tragbar ist, das Bildungsfreistellungsgesetz umzusetzen. So ist man ferner davon überzeugt, dass es lediglich noch mehr unnötige Bürokratie mit sich führt. Darüber hinaus zeigt vor allem auch die Erfahrung in Baden-Württemberg, dass Beschäftigte heute schon viel an beruflichen Weiterbildungen teilnehmen. Dabei wird hier nicht auf Bildungsurlaub sondern vielmehr auf tarifvertragliche Regelungen oder Betriebsvereinbarungen gesetzt.

Für den BWHT ist klar, dass eine berufliche Weiterbildung natürlich wichtig ist, denn schließlich ist qualifiziertes Personal von größter Bedeutung. Bezahlten Bildungsurlaub jedoch auch für politische oder ehrenamtliche Weiterbildung zur Verfügung stellen, das sieht man nicht als Aufgabe der Arbeitgeber. Der BWHT fordert daher lieber eine Förderung auf Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung als das gesetzliche Festlegen von bezahlten Bildungsurlaubstagen auf das Jahr verteilt.

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