Handwerker im Baugewerbe sind besonders stolz

News , 21.02.2019 , Frank Kessler Handwerker im Baugewerbe sind besonders stolz
Foto: Roland Riethmüller

Viele Handwerker fühlen sich respektiert von der Gesellschaft und 96 Prozent sind stolz darauf, in ihrem Handwerk zu arbeiten. Bei den Handwerkern im Bau- und Ausbaugewerbe liegt die Quote sogar bei 100 Prozent. Mit ihrem Einkommen ist jedoch weniger als die Hälfte zufrieden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die unter Handwerkern durchgeführt wurde.

In einer aktuellen Studie gaben 62,2 Prozent der Handwerker an, dass ihnen von der Gesellschaft Wertschätzung entgegengebracht wird. Das könnte einer der Gründe für den Stolz vieler von ihnen auf ihren Beruf sein. Dabei belegt die repräsentative "Handwerkerumfrage", die im Auftrag des Mietberufskleidungsanbieters CWS-boco durchgeführt wurde, dass das Gefühl der Wertschätzung bei den Handwerkern aus der Metall- (73 Prozent) und der Malerbranche (70 Prozent) sowie aus dem Bau- und Ausbaugewerbe (69 Prozent) besonders hoch ist.

Viele Handwerker empfinden den Umgang mit Kunden als positiv

Gespeist wird der Stolz auf den eigenen Beruf nicht alleine durch eine allgemeine Wertschätzung. Auch Auftraggeber tragen zu diesem Gefühl bei. 68,3 Prozent der befragten Handwerker werden laut eigener Aussage respektvoll von ihren Auftraggebern behandelt. Besonders hoch war der Anteil derjenigen, die sich von den Arbeitgebern wertgeschätzt fühlen, bei den Malern (90 Prozent) und den Landschafts- und Gartenbauern (87,6 Prozent). Deutlich niedriger war er dagegen bei Dachdeckern und Zimmerern (55,5 Prozent).

Nachholbedarf bei der Bezahlung und Anerkennung von Frauen

Die eigene Bezahlung gefällt weniger als 50 Prozent der befragten Handwerker. Insgesamt äußerten 47,8 Prozent der Befragten Zufriedenheit mit ihrem Einkommen. Hier zeigte sich eine deutliche Diskrepanz zwischen Männern und Frauen: Einer Quote von 53 Prozent zufriedener männlicher Handwerker standen hier nur 36,6 Prozent weibliche Fachkräfte aus dem Handwerk gegenüber.

Offen bleibt, wie sehr diese Diskrepanz auf möglichen Unterschieden in der Bezahlung von Frauen und Männern beruht. Einige Handwerker und Handwerkerinnen vertraten zumindest die Ansicht, dass Leistungen von Frauen im Handwerk seltener anerkannt werden. Nur 57,9 Prozent gaben an, dass Frauen und Männern im Handwerk dieselbe Anerkennung erfahren. Besonders hoch ist der Anteil derjenigen mit dieser Ansicht im Malerhandwerk (65 Prozent) und SHK-Bereich (63,4 Prozent). Besonders niedrig ist er mit 46,2 Prozent in der Metallbranche.

Optik der Arbeitskleidung ist Handwerkern wichtig

Aus Sicht von 98,5 Prozent der Befragten hinterlässt gepflegte Berufskleidung einen guten Eindruck beim Kunden. Deshalb achten viele darauf, was sie anziehen. 84,4 Prozent der befragten Handwerker legen Wert auf die Optik der eigenen Arbeitskleidung. Möglicherweise liegt es am Stolz auf die eigene Arbeit, dass sich zudem 43,7 Prozent vorstellen können, die Berufskleidung auch in der Freizeit zu tragen. Für die Instandhaltung ihrer Berufskleidung sind 75,8 Prozent der Befragten selbst zuständig. Aus Sicht von 78,4 Prozent sollte das allerdings eine Aufgabe des Arbeitgebers sein.