Handwerker und mobile Generalisten im Einkaufsvergleich

News | Frank Kessler | 17.07.2020
Handwerker und mobile Generalisten im Einkaufsvergleich
Foto: Roland Riethmüller

Mobile Generalisten unterscheiden sich in ihrem Einkaufsverhalten von traditionellen Handwerksbetrieben. Die Nähe zum eigenen Standort, der Service vor Ort und die Öffnungszeiten: Das sind drei Eigenschaften von Anbietern für Baumaterialien, die für sie wichtiger sind als für traditionelle Handwerksbetriebe. Das zeigt eine aktuelle Studie. Ältere Studien zeigen auch: Die mobilen Generalisten nutzen häufiger als viele andere Handwerker Baumärkte zum Einkauf und kaufen seltener auf Rechnung.

Für 82 Prozent der mobilen Generalisten, aber nur für 57 Prozent der traditionellen Handwerker ist die Nähe zum eigenen Standort ein ausschlaggebendes Kriterium dafür, wo sie ihre Produkte und Materialien einkaufen. Das ergab die Studie "Traditionelle Handwerksbetriebe und werkstattlose Mobile Generalisten" des Unternehmens Rudolf Müller Handelsmedien. Der Service vor Ort wie die Bereitstellung der Waren zur Abholung ist für 55 Prozent der mobilen Generalisten wichtig. Bei traditionellen Handwerksbetriebe liegt dieser Wert nur bei 32 Prozent.

27 Prozent der mobilen Generalisten nennen zudem die Öffnungszeiten als wichtiges Kriterium, während sie nur für 13 Prozent der traditionellen Handwerker bedeutend sind. Die Studienautoren sehen die fehlenden Lagerkapazitäten bei mobilen Generalisten als eine Ursache für diese Unterschiede. Dadurch werde ein flexibleres Einkaufsverhalten in Abhängigkeit vom aktuellen Bedarf erforderlich.

Mobile Generalisten kaufen häufiger im Baumarkt

Unterschiede im Einkaufsverhalten mobiler Generalisten und traditioneller Handwerksbetriebe wurden bereits in früheren Studien deutlich. So zeigte etwa die Studie "Potenziale von Handwerkern" des IFH Köln 2019, dass Baumärkte für die Materialbeschaffung im Handwerk bisher insgesamt nur eine untergeordnete Rolle spielen. Nur 21 Prozent der Handwerker kaufen Verbrauchs- und Gebrauchsgüter im Baumarkt. Bei den mobilen Generalisten liegt der Anteil dagegen bei ungefähr einem Drittel.

Informationen über mobile Generalisten und ihr Einkaufsverhalten lieferte auch der hagebau report 2015. Er gilt als eine der ersten Studien über mobile Generalisten in Deutschland. Laut Angaben im Report kaufen 53,9 Prozent der mobilen Generalisten ihren Materialbedarf im Fach- beziehungsweise Holzgroßhandel. 28,6 Prozent nutzen den Baustoffhandel und 15,3 Prozent Baumärkte und DIY-Stores, während 2,2 Prozent den Direktvertrieb für Käufe wählen.

Mobile Generalisten kaufen seltener auf Rechnung

Laut hagebau report 2015 ist der Kauf auf Rechnung bei mobilen Generalisten (72,5 Prozent) seltener als bei traditionellen Handwerkern (95,7 Prozent). Traditionelle Handwerker lassen laut Studie zudem 50,3 Prozent der gekauften Materialien anliefern, während der Anteil gelieferter Produkte bei mobilen Generalisten nur 24,4 Prozent erreicht.

Wie die aktuelle Studie von RM Handelsmedien zeigte: Mobile Generalisten legen bei der Auswahl des Fachhändlers deutlich mehr Wert auf lange Öffnungszeiten als klassische Handwerksbetriebe. Ebenfalls deutlich wichtiger als traditionellen Betrieben sind ihnen die Lage und Erreichbarkeit des Händlers sowie die Möglichkeit, Produkte in einer Produktausstellung anfassen zu können.

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