Hansgrohe Armaturen von Chinesen kopiert

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Bild: Hansgrohe Deutschland Vertriebs GmbH / links die Fälschung und rechts das Original

Als Negativpreis ging der Plagiarius 2011 an eine chinesische Kopie der Hansgrohe Armatur Focus S. „Frech kommt weiter“, dachte sich vermutlich der chinesische Armaturenhersteller Joyou, aber auf der Konsumgütermesse Ambiente stand er damit am Pranger. Seine Kopie der Hansgrohe Waschtischarmatur Focus S erhielt den Negativpreis „Plagiarius 2011“. Der Preis, den keiner haben will, wird jedes Jahr von der Initiative gegen Ideenklau um den Designprofessor Rido Busse vergeben. Das in diesem Jahr „ausgezeichnete“ Unternehmen ist an der Deutschen Börse in Frankfurt notiert und stammt aus der Provinz Fujian in China: die Joyou Group Building Materials Co.

Für Richard Grohe, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Hansgrohe AG, steht fest: „Ideenklau kostet Arbeitsplätze“ Die Einbuße durch Plagiate betrage fünf bis zehn Prozent des Gesamtumsatzes, schätzt der Armaturen- und Brausenhersteller. Das entspräche zirka hundert Arbeitsplätzen, deren Schaffung am deutschen Standort durch Nachahmerprodukte verhindert werde. „Es sind immer die im Markt besonders erfolgreichen Produkte wie Focus S, die kopiert werden“. Die Nachahmer hängen sich an den Erfolg des Originals aus dem Schwarzwald und schmälern auf diese Weise sein Marktpotenzial.

Original und Nachahmung sind optisch kaum zu unterscheiden, aber bei den inneren Werten des Produkts aus China sieht es anders aus: Focus S bietet mehr Funktionen und damit größeren Nutzen als die Kopie. Der Nachahmer verzichtete zum Beispiel auf Durchflussbegrenzer, Anti-Kalk-Funktion wie QuickClean und integrierte Heißwasserbegrenzung. „Die Hersteller von Kopien setzen auf den geringen Preis. Das Nachsehen hat der Verbraucher“, so Richard Grohe. Die Trophäe für dreiste Nachahmer ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase: ein Symbol dafür, dass sich Produktpiraten auf Kosten von Originalherstellern eine goldene Nase verdienen. Der Negativpreis wird seit 1977 vergeben. In diesem Jahr ging er an insgesamt zehn Produkte.

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