Hitze auf Baustellen: Arbeiter und Maschinen besser schützen

Foto: KostiantynVoitenko / envatoelements

Extreme Sommerhitze bringt Baustellen in Deutschland an ihre Grenzen. Während Beschäftigte unter sengender Sonne arbeiten, drohen Baumaschinen durch Überhitzung auszufallen. Experten fordern für Fachkräfte einen strikten Hitzeschutz mit Arbeitsunterbrechung ab 33 Grad und zum Ausgleich ein ganzjähriges Klima-Kurzarbeitergeld. Gleichzeitig geben Fachleute fünf zentrale Wartungstipps, um Maschinenstillstände zu verhindern. So lassen sich teure Verzögerungen vermeiden und Bauprojekte trotz Rekordtemperaturen termingerecht abschließen.

Die anhaltende Sommerhitze in Deutschland stellt Bauunternehmen vor wachsende Herausforderungen. Bereits im Juni lagen die Temperaturen auf einem Niveau, das sonst nur im Hochsommer erreicht wird. Für die Bauwirtschaft bedeutet dies nicht nur eine höhere Belastung für die Beschäftigten, sondern auch ein steigendes Risiko für Maschinenstillstände. Überhitzte Motoren, geschwächte Hydrauliksysteme oder beschädigte Reifen können zu teuren Verzögerungen führen und ganze Bauprojekte ins Stocken bringen. Um Ausfälle zu vermeiden, setzen Branchenexperten auf gezielte Wartungsmaßnahmen, besseren Arbeitsschutz und eine verlässliche Ersatzteilversorgung. Astrak, ein führender Anbieter von Laufwerk- und Verschleißteilen für Ketten- und Baumaschinen, sieht die Branche angesichts der klimatischen Veränderungen in der Pflicht, ihre Flotten besser auf extreme Temperaturen vorzubereiten. Neben der technischen Einsatzbereitschaft der Maschinen spielt auch der Schutz der Beschäftigten eine zentrale Rolle, um Bauprojekte fristgerecht abzuschließen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) fordert klare Grenzen für den Arbeitseinsatz: „Bei dieser Hitze reichen Sonnencreme, Wasser und Pausen nicht mehr aus. Dann heißt es: Arbeit einstellen – Punkt“, betont Carsten Burckhardt, Stellvertretender Bundesvorsitzender der IG BAU.

Schutz der Beschäftigten bei Extremsommer

Nach Ansicht der IG Bau sollten Arbeiten im Freien bei Temperaturen über 33 Grad Celsius grundsätzlich unterbrochen werden. Die Gewerkschaft spricht sich für ein ganzjähriges Klima-Kurzarbeitergeld aus, das analog zum Schlechtwettergeld im Winter funktioniert. Dieses würde nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten sichern, sondern auch kleinere und mittlere Betriebe vor existenzgefährdenden Auftragseinbußen schützen. „Hitzeschutz ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht. Die Würde des Menschen endet nicht am Werkstor oder Bauzaun – sie gilt auch unter sengender Sonne“, so Burckhardt.

Auch Baumaschinen müssen fit für die Sommerhitze gemacht werden

Doch nicht nur Beschäftigte leiden unter den Extremtemperaturen. Auch die Baumaschinen sind oft nicht für den Einsatz unter außergewöhnlichen Bedingungen vorgesehen und drohen auszufallen. „Jede Stunde Maschinenstillstand bedeutet Produktivitätseinbußen und Verluste“, erklärt Astrak-Geschäftsführer Michael Rose. „Um ungeplante Ausfälle zu vermeiden, benötigen Baufirmen und Fuhrparkverantwortliche einen durchdachten Plan für die proaktive Wartung im Sommer.“ Dazu zählt neben der Wahl eines zuverlässigen Anbieters von Verschleißteilen auch die Berücksichtigung von fünf präventiven Tipps.

1. Kühlsysteme in Schuss halten

Steigende Temperaturen belasten aber auch insbesondere die Kühl- und Lüftungssysteme schwerer Baumaschinen. Verstopfte Kühlerlamellen können den Luftstrom behindern und die Wärmeabfuhr erheblich verschlechtern. Eine regelmäßige Reinigung und der rechtzeitige Austausch von Kühlmitteln stellen sicher, dass Motoren selbst unter Volllast nicht überhitzen.

2. Hydraulik vor Überhitzung schützen

Hydrauliköl reagiert empfindlich auf Hitze. Bereits unter normalen Bedingungen können Abrieb und Verunreinigungen die Viskosität beeinträchtigen. Hohe Temperaturen beschleunigen diesen Prozess und können zu Schäden an Pumpen, Ventilen und Leitungen führen. Ein frühzeitiger Ölwechsel sowie die Überwachung der Öltemperatur helfen, kostspielige Reparaturen zu vermeiden.

3. Batterien regelmäßig prüfen

Extreme Hitze kann chemische Prozesse in herkömmlichen Batterien beschleunigen und zu Elektrolytverlust führen. Eine regelmäßige Kontrolle und der rechtzeitige Austausch schwacher Batterien sichern, dass Maschinen auch an heißen Tagen zuverlässig starten und Stillstände vermieden werden.

4. Reifen und Gummiketten im Blick behalten

Hohe Außentemperaturen erhöhen den Druck in Reifen und beschleunigen den Verschleiß von Gummiketten. Regelmäßige Druckkontrollen, Sichtprüfungen auf Risse und die Verwendung hochwertiger Ersatzprodukte tragen wesentlich zur Einsatzsicherheit bei.

5. Präventive Wartung fest etablieren

Ein strukturierter Wartungsplan ist entscheidend, um Maschinen auch bei Temperaturen über 35 Grad einsatzbereit zu halten. Frühzeitiger Austausch von Verschleißteilen reduziert Ausfallrisiken und kann teure Folgereparaturen verhindern. Ein starker Partner mit schneller Ersatzteilversorgung ist dabei unverzichtbar.

Sind Baustellen bei über 33 Grad noch zumutbar?

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