Hitze auf Baustellen: BG Bau warnt vor steigender Unfallgefahr

Foto: BG Bau

Sommerliche Hitzewellen stellen die Bauwirtschaft vor wachsende Herausforderungen. Denn Extremtemperaturen können die Gesundheit der Beschäftigten gefährden und gleichzeitig das Unfallrisiko auf Baustellen erhöhen. Die BG Bau empfiehlt Bauunternehmen und Handwerksbetrieben deshalb, den Hitzeschutz frühzeitig zu organisieren. Technische und organisatorische Maßnahmen sowie geeignete Schutzausrüstung sollen Belastungen reduzieren. Zusätzlich unterstützt die Berufsgenossenschaft Investitionen in den Sonnen- und Hitzeschutz mit finanziellen Zuschüssen. 

Zunehmende Extremtemperaturen entwickeln sich auf Baustellen vermehrt zu einem ernsthaften Arbeitsschutzrisiko. Besonders Beschäftigte im Freien sind während längerer Hitzeperioden hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) steigt bei hohen Temperaturen nicht nur die Gefahr hitzebedingter Erkrankungen, sondern auch das Risiko von Arbeitsunfällen. So haben bereits im Juni die hohen Temperaturen Beschäftigte in der Bauwirtschaft erheblich belastet. Entsprechend warnt die BG Bau davor, den Hitzeschutz erst bei einer akuten Hitzewelle zu organisieren. „Die hohen Temperaturen im Juni haben die Beschäftigten der Bauwirtschaft enorm belastet“, sagt Björn Kass, Präventionsleiter der BG Bau. „Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen sich für die nächsten Hitzeperioden wappnen und Vorkehrungen zum Schutz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen. Dazu zählen Verschattungen, ausreichend Trinkwasser, zusätzliche Pausen und klare Abläufe für Notfälle.“

Hitzeschutz auf Baustellen richtig organisieren

Für einen wirksamen Arbeitsschutz empfiehlt die BG Bau ein abgestuftes Vorgehen. Vorrang haben technische Maßnahmen, mit denen sich die Belastung unmittelbar reduzieren lässt. Dazu gehören insbesondere Wetterschutzzelte und Sonnensegel sowie möglichst kühle oder klimatisierte Pausenräume. Ergänzend können organisatorische Maßnahmen wie veränderte Arbeitszeiten, zusätzliche Pausen und feste Trinkregeln die Belastung während heißer Arbeitstage verringern. Auch Zuständigkeiten und Notfallabläufe sollten bereits im Vorfeld festgelegt werden. Persönliche Schutzausrüstung ergänzt diese Maßnahmen. Neben Kopfbedeckungen und Sonnencreme nennt die Berufsgenossenschaft unter anderem UV-Schutzkleidung, geeignete Schutzbrillen und Kühlwesten. Gerade bei Arbeiten im Freien muss neben der Hitze auch die Belastung durch UV-Strahlung berücksichtigt werden. Persönliche Schutzmaßnahmen können technische und organisatorische Lösungen allerdings nicht ersetzen.

Warnzeichen bei Hitze frühzeitig erkennen

Ein wichtiger Bestandteil des Hitzeschutzes ist außerdem die Unterweisung der Beschäftigten. Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, ungewöhnliche Erschöpfung sowie Verwirrtheit oder Koordinationsprobleme können auf eine hitzebedingte Überlastung hinweisen. Treten solche Beschwerden auf, muss die betroffene Person aus der Hitze gebracht und Erste Hilfe geleistet werden. Bei schweren oder länger anhaltenden Symptomen ist der Rettungsdienst zu verständigen. Deshalb sollten die Abläufe für einen solchen Notfall auf der Baustelle allen Beteiligten bekannt sein.

BG Bau fördert Arbeitsschutz mit Sonnen- und Hitzeschutz

Investitionen in den Arbeitsschutz können für Baubetriebe zudem finanziell unterstützt werden. Die BG Bau fördert bestimmte Maßnahmen gegen Sonnen- und Hitzebelastung. Dazu zählen unter anderem Kühlwesten, UV-Schutzkleidung und geeignete UV-Schutzbrillen. Zusätzlich stellt die Berufsgenossenschaft Hitzeaktionspläne für Arbeitsplätze im Innen- und Außenbereich, Checklisten und weitere Informationsmaterialien bereit. Damit können Unternehmen Gefährdungen systematisch erfassen und Maßnahmen vorbereiten, bevor extreme Temperaturen den Baustellenbetrieb beeinträchtigen.

Wie weit sollte Hitzeschutz auf Baustellen gehen?

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