Höhere Kosten drohen - Gerüstbau nur noch für Selbstnutzung

News | Frank Kessler | 04.03.2021
Höhere Kosten drohen - Gerüstbau nur noch für Selbstnutzung
Foto: Roland Riethmüller

Das Baugewerbe kritisiert die geplante Änderung der Handwerksordnung. Demnach sollen Fachhandwerker wie Maurer, Stuckateure und Betonbauer nur noch selbst genutzte Gerüste kostenfrei aufstellen dürfen. Bei einer Nutzung durch Dritte ist eine kostspielige Ausnahmegenehmigung oder die Beauftragung eines Subunternehmers nötig. Obwohl die Fachhandwerker durch die Meisterausbildung  die nötigen Fähigkeiten zum Aufstellen eines Gerüstes besitzen, drohen folglich höhere Kosten.

Durch die angekündigte Novelle der Handwerksordnung (HwO) dürfen Baufachbetriebe künftig nur noch für eigene Arbeiten Gerüste aufstellen. Werden die Gerüste anschließend anderen Gewerken zur Verfügung gestellt oder sogar ausschließlich für diese aufgestellt, müssen in Zukunft Ausnahmegenehmigungen beantragt werden. Die Kosten für die Ausnahmegenehmigungen liegen bei mehreren tausend Euro. Schon jetzt zeigt sich, dass die Handwerkskammern zurückhaltend mit Ausnahmegenehmigungen sind. Die Baufachbetriebe, die bisher Gerüste bauen dürfen, müssen daher künftig ihre Arbeitsabläufe ändern und Subunternehmer beauftragen.

Höhere Baukosten wären die Folge

"Dies bedeutet für meinen Stuckateurbetrieb eine wirtschaftliche Einschränkung, da wir dann zukünftig nur noch für eigene Arbeiten Gerüste stellen dürften und nicht mehr als Dienstleistung für Dritte”, kritisiert Stuckateurmeister Peter Scheidel, Landesfachgruppenleiter Ausbau und Fassade im Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen (VbU). “Das Beantragen von Ausnahmegenehmigungen erzeugt unnötige Kosten und Bürokratie". Weiter betont er, dass dann sogar bei kleineren Arbeiten die Kosten steigen würden. Das wirke sich insbesondere auf Tätigkeiten zur Wärmedämmung und dadurch auf die Gebäudeeigentümer aus. Die geplante Änderung der HwO müsse daher dringend zurückgenommen werden.

Meisterausbildung befähigt für Gerüstbau

Eine VbU-Blitzumfrage hat ergeben, dass mit rund 13 Prozent nur jeder achte Baufachbetrieb die Dienste eines externen Gerüstbauers in Anspruch nimmt.Knapp die Hälfte der Baufachbetriebe nutzt das Gerüst ausschließlich für sich selbst. Ein gutes Drittel (35 Prozent) stellt Gerüste für sich selbst und andere Gewerke auf. Diese Möglichkeit ist bis jetzt nur in der Begründung des Entwurfs angesprochen, jedoch nicht im Handwerksrecht verankert. Das kann später Probleme in der Praxis verursachen und zu Streitfällen führen. Rund fünf Prozent der Baufachbetriebe in Hessen erstellt Gerüste ausschließlich als Dienstleistung für Dritte. Das muss auch so bleiben, betont der VbU und fordert im Sinne der Bauwirtschaft und der Verbraucher die Streichung von Artikel zwei des Fünften Gesetzes zur Änderung der Handwerksordnung und anderer handwerksrechtlicher Vorschriften. Schließlich habe ein Baufachhandwerker, wie ein Stuckateur, aufgrund seiner Meisterausbildung für den Gerüstbau die notwendigen Fachkenntnisse. Der Gerüstbau gehöre nun mal zum Bauhandwerk und das solle auch so bleiben.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von christian04 am 05.03.2021 )

So ein Quatsch wird da von der Gerüstbaulobby vorangetrieben?
Jeder sollte sein Gerüst bauen dürfen. Das hat ein Mahler, Putzer,.. als Meister gelernt.

In Deutschland behindern wir uns so wie so an sehr vielen Stellen mit unnötiger Bürokratie.
Dadurch wird Alles teurer und langsamer.

  (Geschrieben von Ines am 05.03.2021 )

Wir beauftragen im Namen unserer Bauherren fast immer einen Gerüstbauer, so dass die Gerüste von allen Handwerkern genutzt werden können. Eine Kostenerhöhung hierdurch kann ich nicht feststellen. Außerdem werden Gerüste auch nicht zum Nulltarif gemacht, sondern in die EP´s eingepreist.

 

  (Geschrieben von Annette Köhler am 05.03.2021 )

Bei gößeren Bauobjekten macht die Beauftragung von Gerüstbauern für mehrere Gewerke sicherlich keinen Unterschied. Aber nicht immer wird ein ganzes Gebäude eingerichtet, wovon die "Vorschreiberin" anscheinend ausgeht. Bei kleineren Vorhaben ist dies einfach kontraproduktiv, zeitraubend und viel zu bürokratisch. Statt Bürokratieabbau -wie immer dargestellt- wieder etwas mehr!

  (Geschrieben von Dipl.Ing.Paul Krug am 05.03.2021 )

Hier wiehert der Amtsschimmel!!

Wir sollten zur normalen praktischen Arbeit zurückgekommen und nicht noch mehr unnütze bürokratische  Hürden aufbauen.

wie soll ich denn zukünftig sicherstellen das nur meine Handwerker das Gerüst benutzen dürfen??

  (Geschrieben von Hans-jörg Köhler am 05.03.2021 )

Es steht doch jeden frei, einen Meisterbrief als Gerüstbauer abzulegen.

 

  (Geschrieben von Mario Mayer am 05.03.2021 )

Es sollte auch jeder Maler und Dachdeckerarbeiten ausführen dürfen, schließlich dürfen ja auch alle Gerüste bauen!!

 

  (Geschrieben von Walter Stuber am 05.03.2021 )

Sehr geehrte Damen und Herren, 

wir Gerüstbauer als Meisterbetrieb, decken keine keiner Dächer, wir Malern nicht die Fassade, sondern wir haben der Beruf als Auszubildende im Gerüstbau in einer dreijährigen Ausbildung gemacht. Danach haben wir unseren Meister im Gerüstbau-Handwerk abgelegt.

Gerüstbau ist heute mit den Fachregeln und der TRBS 2121 weit komplexer als vor 20 Jahren und bedarf ein grundlegender Ausbildung und Weiterbildung im Gewerk Gerüstbau. 
 

In dieser Novelle dürfen die Maler und Dachdecker für Ihre eigenen Leistung noch Gerüste bauen, ja in Ordnung, dies sollte aber vielleicht noch weiter eingeschränkt werden bis 8 m Höhe, damit wären alle komplexe Arbeitsschritte in der Hand des Fachwissen des Gerüstbaus sicherer aufgehoben. 
 

ich wünsche alle Beteiligte am Bau eine weise Entscheidung, nicht dass am Ende die Gerüstbauer  zum Mischbetrieb,Dachdecker, Baubetrieb wird.

beste Grüße 

Walter Stuber

  (Geschrieben von Karsten tulla am 05.03.2021 )

Dann gesteht den Gerüstbaumeistern auch zu, das diese ebenfalls Leistung anderer Vollhandwerke ausführen. Z.B. Dachdeckerarbeiten, Betonbau, Elektriker,Zimmermann, Maler, Putzer etc. Gleiches Recht für alle. Schließlich sind viele Teile der Meisterprüfung identisch und son bisschen pinseln,Ziegel hinlegen oder Estrich verteilen kann ja so schwer nicht sein.

  (Geschrieben von Sandro Rende am 05.03.2021 )

Leider verstehen zu wenig Leute was Sichere Gerüste bedeuten, und gerade Gerüste müssen zuverlässig einen Sicheren Arbeitsplatz bieten, und von daher sollte endlich Schluss damit sein, dass man so viele Unsichere Gerüste auf den Baustellen sieht.

Heutzutage ist es selbst für richtige Gerüstbaumeisterbetriebe sehr schwierig alle Vorschriften im ganzen Umfang einzuhalten. Und die vielen Technische Produckte, Vorschriften aus der Arbeitssicherheit, können von vielen neben Gewerke gar nicht mehr umgesetzt werden. Hier sollte man mal den Arbeitsschutz in den Vordergrund stellen. 

Und es bleibt ja dann auch noch jedem überlassen den Technischen Teil des Gerüstbauer Meisters zu machen, oder einen Gerüstbauer-Meister einzustellen. 

Das Gerüstbauer-Handwerk ist ein Meisterhandwerk und kein Nebengewerk. 

Wir sollten alle bei unseren leisten bleiben. 

  (Geschrieben von Tobi K. am 05.03.2021 )

Es ist nichtmehr zeitgemäß , dass andere Gewerke Gerüste selbst stellen. Es sind soviele Vorschriften und Fachwissen das im Hintergrund abläuft, das bekommt man jeden Tag mit dass es fremdgewerken da schlicht an Informationen und fundiertem  wissen fehlt. Stellt gerne eure Einfamilienhäuser. Aber überlasst das Gerüste bauen denen die es täglich tun.

  (Geschrieben von Frank Kolbenschlag am 05.03.2021 )

Ich finde es erschreckend,  daß sich jeder anmaßd, Gerüste bauen zu können. Wir sind ein Vollhandwerk mit einer dreijährigen Ausbildung und Meisterzwang.

Ansonsten möchte ich als Gerüstbaumeister auch das Recht haben, Fassaden zu streichen, oder Dächer zu decken. Das ist ja jetzt auch kein Hexenwerk.

  (Geschrieben von Matthias Neurohr am 05.03.2021 )

Es ist nahezu unverschämt zu behaupten, dass man mit der Meisterausbildung in einem Bauberuf die Fachkenntnisse des Gerüstbaus besitzt! Warum ist dies ein dreijähriger Ausbildungsberuf mit Meisterpflicht! Alle, die Gerüste erstellen täten gut daran sich  fortzubilden bzw. das Personal auszubilden! Als Sachverständiger im Gerüstbauhandwerk würde ich 90% aller Gerüste stilllegen, die von fachfremden Gewerken erstellt wurden! Sie sind maßlos fehlerhaft und unterwandern die Fachregeln als auch die Arbeitssicherheit (z,B die TRBS 2121). Was würden die Maler, Stuckateure, Maurer und Dachdecker tun, würden die Gerüstbauer plötzlich ihre Arbeiten ausführen! 
Vielleicht mal darüber nachdenken! die Novellierung der Handwerksordnung ist schon längs überfällig!!!

Die Handwerkskammern sollten sich ihre Vorgehensweisen der letzten Jahre mal überdenken - es gibt sogar welche, die sich Talentschmiede Gerüstbau nennen! Welchen Sinn macht es denn dann Gerüstbaumeister auszubilden ? Ist das reine Geldmacherei ohne Interesse an diesem Gewerk? Man könnte den Eindruck gewinnen!

Schuster bleib bei deinen Leisten und lass die extrem komplexe Arbeit des Gerüstbauers wirklich den Fachmann machen

 

  (Geschrieben von Tristan Buchholz am 05.03.2021 )

Der Gerüstbau ist nicht umsonst mit der Meisterpflicht belegt mit umfänglicher Meisterschule. Jeder darf weiterhin für seine eigenen Arbeiten sein Gerüst stellen nach geltenden Regeln. Der Gerüstbau in den anderen Meisterschulen greift nur in die Regeln des eigenen Gewerks ein und kratzt somit nur den Gerüstbau an ... 90% haben noch nichts von der Trbs 2121 gehört oder fortlaufenden Geländer, das zeigt die Unwissenheit über den Gerüstbau !

  (Geschrieben von Bastian Kautscha am 06.03.2021 )

Jeder sollte es bereits wissen:

Gerüstbau ist ein eigenständiges Gewerk!

Die Gerüstbauer absolvieren eine dreijährige Ausbildung und können sich später zum Gerüstbauermeister weiter qualifizieren.

Die Gerüstbaubetriebe bieten desweiteren keine Fassadenarbeiten oder Dacharbeiten an. Genau wie bereits in den Kommentaren erwähnt: Schuster bleib bei deinen Leisten! Jeder Handwerksbetrieb spezialisiert sich auf seinen Bereich und sollte nicht übergreifend andere Tätigkeiten ausführen.

Die Anforderungen im Gerüstbau werden immer komplexer und eine qualifizierte Ausführung der Arbeiten ist unabdingbar.

 

 

  (Geschrieben von Franz Czepl am 06.03.2021 )

Lasst doch bitte jedem sein Gewerk.

Der Stukkateur, der Dachdecker, der Maler, der Maurer, der Flaschner, der Elektriker, der Zimmermann, der Betonbauer usw. jedes Gewerk sollte bei seinen „Leisten“ bleiben und nicht anderen Gewerken ins Handwerk pfuschen bzw. diesen, deren Bereich streitig machen dürfen. 
Schluss mit dem aufstellen von Gerüsten durch andere Gewerke.

Nur ein Meisterbetrieb im Gerüstbau sollte noch Gerüste bauen dürfen.
Die Spezialisierung auf Fachbereiche war doch nicht das Schlechteste in der Entwicklung im Bauwesen. 

Im anderen Falle, wäre doch dann zu überlegen im Gegenzug allen Gewerken die Freiheiten zu geben sich in den anderen Gewerken auch zu betätigen, was sich dann unweigerlich in der Qualität auswirken würde.

Schuster bleib bei deinen Leisten!
 

 

 

  (Geschrieben von Jochen am 08.03.2021 )

Nur weiterso in Deutschland dann geht bald das Licht aus. Bürokratie zerstört uns noch alle...sieht man ja auch in anderen Bereichen

  (Geschrieben von scaffolder am 10.03.2021 )

Es ist schon erschreckend, wieviel gefährliches Nichts- bzw. Halbwissen hier von so manchen "Gerüstbau-Fremdgewerk" verbreitet wird.

Der Gerüstbau ist seit dem Jahr 2000 ein Vollhandwerk mit 3-jähriger Gesellenausbildung und Meisterzwang. Er ist somit kein Anhängsel bzw. "notweniges Übel" der alt etablierten Bauhandwerke mehr.

Diverse Bauhandwerke besitzen eine Art "Bestandsschutz" zum errichetn von Gerüsten. Aber ... Wissen diese Bauhandwerke wirklich, wie Gerüstbau geht? ... So wie die meisten Gerüste von ihnen aufgestellt und genutzt werden wohl eher nicht. Vor allem unter Berücksichtigug der aktuellen Normen wie EN 12811-1 / DIN 4420-1 oder der Arbeitsschutzvorschriften wie BetrSichV / TRBS 2121-1, etc. ist bei den "Gerüstbau-Fremdgewerken" doch so einiges im Argen. Woher sollen sie es auch wissen?! Weiterbildung ist leider für die meisten ein Fremdwort.

Ein weiterer Irrtum der hier verbreitet wird, ist die Annahme, dass die Befähigung eines z. B. Maler- oder Stukkateurmeisters o. ä. zum Errichten von Gerüsten ausreicht. In der Gesellen- bzw. Meisterausbildung der alt etablierten Bauhandwerke wird Gerüstbau oft nur "angekratzt" oder gar nicht mehr vermittelt. Eine frühere Handwerkerausbildung, die vor Jahren oder Jahrzehten erfolgt ist, mag den Gerüstbau ja noch zum Teil enthalten haben, allerdings entsprechen diese Kennttnisse nicht mehr den aktuell gültigen Anforderungen.

Die "Baulobby" täte gut daran, endlich einmal die aktuellen Vorschriften und dergleichen zu beachten und umzusetzen anstatt nur an die Gewinnmaximierung zu denken.

Schuster bleib bei deinen Leisten ... Maler bleib bei deinem Pinsel ... usw.

Nur der ausgebildete Gerüstbauer ist fachkundig genug die derzeit gültigen Anforderungen an Gerüste (rechts-) sicher umsetzen zu können.

  (Geschrieben von Hans am 21.04.2021 )

Komisch wie hier einige Geruestbauer geiern und drauf pochen.... Wer baut denn am Ende die ganzen Gerueste auf?! Sehr oft sind es Leute ohne Ausbildung und die Jungs die eine gemacht hat kennt die ganzen DIN auch nicht. Also was ist da jetzt der Unterschied?!
Der Maler baut seit dem Mittelalter seine Gerueste und nun wird erklaert das er das garnicht kann?! Eine Putzerfirma baut auch nahezu taeglich Gerueste auf und ab und soll laut einigen Meinungen hier nicht genug Erfahrung besitzen um diese Arbeiten auszufuehren?!

Ich bin froh vor 20 Jahren ausgewandert zu sein.... Hier funktioniert der Bau deutlich besser obwohl es keine Meisterpflicht gibt. 

  (Geschrieben von Patrick am 21.04.2021 )

Die Gerüstbauer bauen ihre Gerüste immer so, dass andere Gewerke vom Gerüst behindert werden. Meistens wissen die (leider) nicht, was überhaupt an der Fassade gemacht wird. Rahmen an der Wand und die Fassade muss gedämmt werden, etc. 

Und wie bereits oben gut geschrieben, auf den Meisterzwang hinweisen und die Gerüste werden dann von irgendwelchen Osteuropäern gebaut. Die, wenn (überhaupt) einer davon deutsch kann, man schon froh sein muss.

 

Meine Gerüste Maler und Lackierermeister sind sicherer als die meisten Gerüste, welche Gerüstbauer gebaut haben. Zumindest diese, die ich in meinen 13 Jahren Berufserfahrung gesehen habe. (Gerade bei Großbaustellen) 

Ich habe soviele Gerüste gesehen, da hat man von Standsicherheit und dreiteiligen Seitenschutz noch nie was gehört. (Alle von Gerüstbauern gebaut) 

Grüße 

Patrick 

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