Hoher Anstieg: das sind die sechs Gründe zur Baupreisentwicklung

Hoher Anstieg: das sind die sechs Gründe zur Baupreisentwicklung
Foto: Roland Riethmüller

Experten gehen davon aus, dass in den nächsten zwei Jahren die Preise in der Bauwirtschaft weiter stark ansteigen werden. Konkret sind es sechs Faktoren, die für diese Entwicklung verantwortlich sind. Doch auch, wenn erste Bauprojekte zurückgestellt wurden, so rechnet die Bauwirtschaft dennoch nicht mit einer größeren Entspannung der Bautätigkeit. Es bleibt nur, sich auf die höheren Preise einzustellen und die Preisrisiken entsprechend zu berücksichtigen.

In den nächsten zwei Jahren werden die Preise in der Bauwirtschaft drastisch steigen, erwarten die Experten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers. Schuld daran seien sechs Faktoren. Das sind im Einzelnen die Inflation, die Energie- und Materialpreise, die stetig steigen, die hohe Nachfrage und der Mangel an Fachkräften sowie die politischen Vorgaben. Seit 50 Jahren war die Inflation noch nie so hoch wie jetzt. Die Preise für Bauleistungen steigen seit zwei Jahren wegen der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden Lieferengpässe. Hinzu kommt der Krieg in der Ukraine, der ebenfalls die Preise in die Höhe treibt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen PwC-Analyse. „Wir gehen davon aus, dass die Baupreise für Immobilien in den kommenden beiden Jahren um mehr als 20 Prozent steigen werden“, warnt Dr. Harald Heim, Partner bei PwC Deutschland im Bereich Real Estate.

Die Nachfrage nach Bauprojekten bleibt auch weiterhin hoch

Es ist festzustellen, dass trotz der Baupreisentwicklung die Nachfrage nach Wohnprojekten nicht abreißen werde. Zwar berichten viele Bauunternehmer, dass die Auftraggeber teilweise die Bauprojekte wegen der Preisentwicklung und der Zinsentwicklung zurückgestellt hätten. Trotzdem werde davon ausgegangen, dass viele der Auftraggeber langfristig Nachholinvestitionen tätigen werden. Von daher wird langfristig mit einer höheren Nachfrage im Bereich Gewerbe und Wohnungsbau gerechnet. Die hohe Inflation trägt zur Verschärfung der Lage bei. Die Bundesbank prognostiziert eine Inflation von 7,1 Prozent für Deutschland. Der größte Preisanstieg war bei der Energie zu verzeichnen. Das Statistische Bundesamt registrierte bereits Ende 2021 einen starken Anstieg der Energiepreise um 69 Prozent zum Vorjahresmonat Dezember. Wegen des Ukraine-Kriegs hat sich das noch weiter verstärkt. Die Energiepreise lagen im März 2022 mit 87 Prozent über dem Vorjahreswert.

Der Fachkräftemangel beflügelt die Baupreisentwicklung noch

Die Baupreisentwicklung wird aber auch vom Fachkräftemangel beherrscht. Die Industrie- und Handelskammer Nordrhein-Westfalen schätzt den Fachkräfterückgang bis zum Jahr 2030 auf über 20 Prozent. Ferner leistet auch die steigende Inflation ihren Beitrag dazu bei. Aber auch die Politik hat ihren Einfluss auf die Baupreisentwicklung. Die Forderung nach zusätzlichem Wohnraum führt gleichzeitig zu einer steigenden Nachfrage. Was die Baupreisentwicklung betrifft, so ist nicht mit einer Entspannung zu rechnen. Bauherren müssten rechtzeitig die Preisrisiken früh erkennen. Schwachstellen müssten aufgedeckt und entsprechend entgegengesteuert werden, so die Experten.

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Artikel ganz lessen

Ich würde gerne den Artikel ganz lessen

hoher anstieg

wer nicht automatisieren und roboterisieren will, muss fachkräftemangel und weitere probleme eben fühlen.

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