Hoher Bedarf nach Nachfolgeregelung im Ausbaugewerbe

News | Frank Kessler | 21.03.2018
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Foto: Roland Riethmüller

43,4 Prozent der Handwerker in Deutschland beschäftigen sich aktuell mit dem Thema Betriebsübergabe oder haben bereits mit einer konkreten Nachfolgeregelung begonnen. Laut einer aktuellen Studie ist vor allem im Ausbaugewerbe das Interesse dafür besonders hoch. Dass eine sinnvolle Nachfolgeregelung gefunden wird, ist jedoch nicht nur für Betriebsinhaber wichtig, sondern auch von gesamtgesellschaftlichen Interesse.

In Deutschland gehören 42.000 der 398.000 handwerklichen Einzelunternehmen einem Inhaber, der bereits älter als 60 Jahre alt ist. Daher ist es wichtig, rechtzeitig über das Thema Nachfolge nachzudenken. Dass im Handwerk bereits früh Überlegungen zur Betriebsübergabe angestellt werden, zeigt das Ergebnis einer aktuellen Studie der Creditreform Wirtschaftsforschung unter 1.142 in der Handwerksrolle eingetragene Handwerksunternehmen in ganz Deutschland.

Hohes Interesse an Nachfolgeregelung im Ausbaugewerbe

Demnach wird das Thema Betriebsübergabe im Ausbaugewerbe und im Handwerk für den privaten Bedarf am häufigsten thematisiert. 55,2 Prozent der Befragten mit Interesse am Thema Betriebsübergabe würden darüber hinaus gerne in den kommenden drei bis zehn Jahren eine Übergabe realisieren. Dagegen plant mit 22,2 Prozent etwa jeder fünfte Befragte, der sich mit dem Thema auseinandersetzt, seinen Rückzug bereits in den kommenden ein bis zwei Jahren. In den ostdeutschen Bundesländern ist der Anteil mit 24,6 Prozent etwas höher als im Durchschnitt. Insgesamt sind 49,2 Prozent der Handwerker, die über eine Nachfolgeregelung nachdenken, 50 bis 59 Jahre alt. 36,7 Prozent sind dagegen mindestens 60 Jahre alt.

Handwerker fordern Hilfe bei bürokratischen Lasten

Bei der Frage, wie die Politik eine Betriebsübergabe unterstützen kann, wünschen sich 76,6 Prozent der Befragten Hilfe bei bürokratischen Lasten. 31,9 Prozent der Befragten begrüßen die bereits in einigen Bundesländern existente finanzielle Förderung von Betriebsübernahmen als Instrument, um handwerklichen Betrieben Nachfolger zu sichern. Staatliche Hilfen für die Betriebe beim Thema Nachfolge zu verstärken, könnte wichtig sein, weil Unternehmensnachfolge kein Einzelfallthema ist.

Betriebsübergabe sichert ein nicht ganz unbedeutendes Umsatzvolumen

Dass eine gute Nachfolgeregelung den Fortbestand des Betriebs sichert, ist auch von gesamtgesellschaftlichem Interesse. Immerhin geht es bei den Betrieben mit Inhabern ab 60 um ein jährliches Umsatzvolumen von 14 Milliarden Euro und um 175.000 Arbeitsplätze.

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