Holzbau hat Potential, muss sich aber Hindernissen stellen

News , 05.04.2018 , Frank Kessler Bild zu: Holzbau hat Potential, muss sich aber Hindernissen stellen
Foto: Roland Riethmüller

Das Wachstumspotential ist bekannt - der Holzbau ist für nahezu jedes Unternehmen der Branche attraktiv. Um dieses Potential auch nutzen zu können, hat der Vorstand von Holzbau Deutschland eifrig diskutiert. Verschiedene Punkte wurden ausgearbeitet und Normen und Berichtigungen des letzten Jahres unter die Lupe genommen. Im Ziel ist sich der Vorstand einig, dass Kompetenzen gebündelt werden müssen und die Förderung von Innovationen nicht länger außer Acht gelassen werden dürfen.

In seiner ersten Sitzung im Jahr 2018 beriet der Vorstand von Holzbau Deutschland (Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes) vor allem über das Potential, das der Rohstoff Holz zu bieten hat. Wenn Kräfte gebündelt werden, ist es möglich, den wertvollen Rohstoff noch besser nutzen zu können. Hierfür ist es allerdings notwendig, dass die Kompetenzen der Branche zusammengeführt werden. Dies würde zu einer Verbesserung der Forschung im Bereich Holz führen und Doppelforschungen vermeiden. Die Grundlage hierfür bietet ein Strategiepapier mit dem Namen "Wachstumsmarkt Holz/Bau 2018 plus".

Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung genauer untersucht

Das Thema Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung (Arc Fault Detection Device - AFDD) wird in der Branche viel diskutiert. Nach anhaltender Kritik des Holzbaus Deutschland und weiterer Verbände veröffentlichte die Deutsche Kommission Elektrotechnik (DKE) eine Berichtigung, die noch immer nicht jede Unklarheit ausräumt. Diese besagt, dass in Holzhäusern eine Ausstattung mit AFDDs nun nicht mehr pauschal erforderlich sei. Weiterhin eingebaut werden sollen sie hingegen in Gebäuden, die zum größten Teil aus brennbaren Baustoffen bestehen. Dies ist in der DIN VDE 0100-420 hinterlegt. Die Berichtigung erzeugt somit eine Einbeziehung der Gefährdungsanalyse des AMEV (Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen). Allerdings obliegt die Beurteilung der Bauteile dem Bauunternehmer.

Die Berichtigung reicht nicht aus

Aus den oben genannten Gründen herrscht Kritik an der Berichtigung. Es wird angegeben, dass trotzdem keine gesicherten statistischen Nachweise darüber existieren, dass in Gebäuden, die aus potentiell brennbaren Materialien bestehen, das Brandrisiko durch Fehlerlichtbögen signifikant erhöht wird. Um darauf hinzuweisen, hat Holzbau Deutschland eine Stellungnahme abgegeben, der sich weitere Verbände und Organisationen der Branche angeschlossen haben. Zudem bestehe keine gesetzliche Regelung zum Einbau von Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen. Sie zählen zum Privatrecht und sind somit freiwillig.

Ablehnung der Muster Verwaltungsvorschrift

Der Vorstand der Holzbau Deutschland führte ebenfalls eine Diskussion über die Muster Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB). Diese soll im ersten Halbjahr 2018 in vielen Bundesländern eingeführt werden. Der Vorstand lehnte die Änderungen, die darin geplant sind, vollständig ab. Entsprechende Stellungnahmen und Forderungen wurden abgegeben. Es ist eher unwahrscheinlich, dass hierdurch eine Änderung erzielt wird. Der Gedanke des Vorstandes geht jedoch dahin, dass ihre Position auf Landesebene gebracht werden kann. Um dies zu erreichen, wurden den Landesverbänden vorformulierte Einspruchsvorlagen zur Nutzung zur Verfügung gestellt.