Holzbau steigt trotz Rückgang der Wohnungsbaugenehmigungen

News , 27.07.2018 , Frank Kessler Holzbau steigt trotz Rückgang der Wohnungsbaugenehmigungen
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Im Jahr 2017 ist die Holzbauquote auf 17,7 Prozent angestiegen, obwohl weniger Baugenehmigungen für Wohngebäude vorlagen. 2016 lag der Anteil noch bei 16,2 Prozent. Die Gründe dafür seien die steigende Leistungsfähigkeit und die universelle Anwendbarkeit des Holzbaus. Doch es gibt auch Anlass zur Sorge: neben dem Fachkräftemangel bedrohen immer mehr handwerksnahe Dienstleister die Holzbaubranche.

Noch immer sind die Auftragsbücher der Bauunternehmen in Deutschland prall gefüllt. Auch die Holzbausparte rechnet mit einem Umsatzplus in diesem Jahr von 3,5 Prozent. Bereits im Jahr 2017 war die Quote auf 17,7 Prozent gegenüber 2016 angestiegen, obwohl die Zahl der Baugenehmigungen für Wohngebäude zurückgegangen waren. Das Informationsangebot der Branche hat sich in Bezug auf Qualität und Umfang deutlich verbessert. Für Planer und Bauherren ist die Holzbranche zu einer interessanten Alternative geworden.

Gutes Personal zu finden ist immer noch schwer

Diese gute Baukonjunktur macht aber auch wieder einiges deutlich, nämlich den Mangel an Fachkräften. Für die Unternehmen ist es nach wie vor sehr schwer, geeignetes Personal zu finden. Erfreulicherweise kann jedoch gesagt werden, dass die Ausbildungszahlen in der Holzbranche deutlich gestiegen sind. Möglich macht das aber die hohe Ausbildungsbereitschaft der Holzbauunternehmen und Zimmerer. Wenn es nach der Einschätzung der Unternehmer geht, dann ist eine Ausbildung weiterhin die wichtigste Maßnahme, um den Nachwuchs an Fachkräften zu sichern. Ganz besonders zu erwähnen ist der deutliche Anstieg an weiblichen Auszubildenden.

Es gibt aber auch Gründe zur Sorge

Trotz der positiven wirtschaftlichen Prognosen sind die Unternehmen besorgt über die Zunahme von Verordnungen und Vorschriften. Dadurch wird das Bauen nicht nur komplizierter, sondern auch wesentlich teurer. Ein weiteres Hindernis zum Erfolg ist die Konkurrenz durch Dienstleister, die dem Handwerk nahe stehen. Sie müssen weniger Lohn- und Geschäftskosten und können so natürlich billiger kalkulieren. Gerne wird dabei aber übersehen, dass dies zu Lasten der Kosten von Arbeitsschutzmaßnahmen geht. Auch die Bauqualität ist dadurch oftmals minderwertiger. Die Zahlen vom Holzbau täuschen deshalb über die eigentlichen Probleme hinweg, auch wenn sich die Unternehmen über den Anstieg der Holzbauquote sicherlich freuen dürften. Es bleibt aber auch abzuwarten, ob und wann sich der Fachkräftemangel beheben lässt. Was nutzt ein Anstieg der Quote, wenn die Arbeiten aufgrund von Mangel an Fachkräften nicht mehr zu bewältigen sind.