Immer weniger Baufachkräfte gehen früher in Rente

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Foto: Roland Riethmüller

Die Arbeit am Bau ist durch harte körperliche Tätigkeiten gekennzeichnet. Trotzdem gehen immer mehr Beschäftigte später in Rente als noch vor ein paar Jahren. Viele arbeiten sogar fast solange wie andere Erwerbstätige. Gleichzeitig ist jedoch auch der Anteil der ausgezahlten Erwerbsminderungsrenten am Bau in den letzten Jahren deutlich gestiegen und führt damit zu einem rechnerischen Renteneintrittsalter von 60,9 Jahren.

Die Arbeit am Bau ist hart und im allgemeinen kräftezehrend. Trotzdem gehen immer mehr Baufachkräfte später in Altersrente. Die Rentenbeihilfe in der Bauwirtschaft gilt jedoch nur für westdeutsche Beschäftigte und wurde erst kürzlich durch die bundesweit geltende Tarifrente Bau abgelöst. Folglich lassen sich keine Aussagen über das Renteneintrittsalter ostdeutscher Beschäftigter treffen, auch ist ein Vergleich nur mit westdeutschen Rentnern sinnvoll.

Ein Viertel der Baufachkräfte arbeitet bis zum regulären Rentenalter

Laut einer Untersuchung der Sozialkasse Soka-Bau ist der Anteil der Beschäftigten, die bis zur Regelaltersrente gearbeitet haben, von drei Prozent im Jahr 2000 auf 24 Prozent im vergangenen Jahr angestiegen. Damit arbeitet jeder vierte Arbeitnehmer bis zur Regelaltersrente. Ob dies an einem veränderten Aufgabenbereich mit einer weniger harten körperlichen Belastung oder schlichtweg an einem besseren betrieblichen Gesundheitsmanagement liegt, bleibt offen.

Baufachkräfte gehen immer seltener früher als alle anderen in Rente

So sind die gewerblichen Beschäftigten im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 63,9 Jahren in Rente gegangen. Vor 15 Jahren lag dieser Wert im Jahr 2000 noch unter 62 Jahren. Damals betrug auch der Unterschied im Renteneintrittsalter zwischen den gewerblichen Beschäftigten aus der Bauwirtschaft im Vergleich zu allen männlichen Beschäftigten in Westdeutschland noch ein Jahr. Heute gehen gewerbliche Beschäftigte der Bauwirtschaft quasi im gleichen Alter in Rente wie alle anderen männlichen Beschäftigten mit 64 Jahren.

Wachsender Anteil ausgezahlter Erwerbsminderungsrenten am Bau

Dass die harte körperliche Arbeit jedoch durchaus Auswirkungen hat, zeigt sich an dem Anteil der ausgezahlten Erwerbsminderungsrenten. Diese können in Anspruch genommen werden, wenn man nicht mehr mindestens sechs Stunden erwerbstätig sein kann. Hier liegt der Anteil der Bauwirtschaft mit 40 Prozent deutlich höher als der Bundesdurchschnitt in Höhe von 17 Prozent. Der Anteil lag im Jahr 2000 noch bei 27 Prozent.

Durchschnittliche Renteneintrittsalter liegt bei 60,9 Jahren

Das durchschnittliche Zugangsalter der Erwerbsminderungsrente lag im vergangenen Jahr 2015 bei 56,3 Jahren. Zieht man dies bei der Berechnung des durchschnittlichen Renteneintrittsalters ebenfalls in Betracht, so gingen gewerbliche Beschäftigte am Bau durchschnittlich mit 60,9 Jahren in Rente. Dieser Wert lag im Jahr 2000 fast unverändert bei 60,7 Jahren, stieg zwischenzeitlich jedoch in den Folgejahren bis 2014 auf 61,5 Prozent.

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