Infrastrukturmängel - wo es in Deutschland besonders schlimm ist

News , 18.07.2018 , Frank Kessler Bild zu: Infrastrukturmängel - wo es in Deutschland besonders schlimm ist
Foto: Roland Riethmüller

Immer mehr Unternehmen in Deutschland klagen über Infrastrukturmängel. Ob schwache Kabel oder holprige Straßen - Deutschlands Infrastruktur ist längst nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik. In einigen Bundesländern ist die Situation besonders akut, aber auch in anderen sieht es nicht besser aus. Besonders davon betroffen ist die Bauwirtschaft, die auf eine gute Infrastruktur angewiesen ist. Um den Missstand zu beseitigt, müsste dringend Personal aufgebaut werden.

Eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat ergeben, dass zwei Drittel der deutschen Unternehmen durch die Mängel an der Infrastruktur deutlich beeinträchtigt werden. Die letzte Umfrage fand 2013 statt. Doch die Situation hat sich in der Zwischenzeit nicht gebessert sondern eher verschlechtert. Damals waren es 58 Prozent der Befragten, die sich durch diese Missstände beeinträchtigt fühlten. Zehn Prozent sprachen sogar von sehr starken Problemen.

Marode Straßen und übermäßig viele Staus machen den Firmen das Leben schwer

Die größten Probleme entstehen durch marode Straßen, baufällige Brücken und zu viele Staus. Das führt zu längeren Transportzeiten, was besonders das Baugewerbe belastet. Die Umfrage ergab, dass sich rund 80 Prozent davon beeinträchtigt fühlen. Es sind aber auch viele Dienstleistungsbetriebe, die von dieser Situation betroffen sind. IW-Wissenschaftler Thomas Puls erklärt, dass die Wirtschaft auf eine perfekt funktionierende Logistik angewiesen sei. Die zurzeit bestehenden Infrastrukturmängel sind dabei eher Sand im Getriebe. Besonders schlecht sei der Zustand in Nordrhein-Westfalen. Doch auch in Baden-Württemberg ist die Lage nicht besser. Mehr als 70 Prozent der Betriebe fühlen sich dadurch beeinträchtigt.

Der Osten wird durch ein mangelndes Kommunikationsnetz gebremst

Anders sieht es im Osten der Republik aus. Hier ist es das Kommunikationsnetz, das die Wirtschaft ausbremst. Rund 70 Prozent der befragten Firmen fühlen sich dadurch sehr eingeschränkt. Seit dem Jahr 2013 hat sich auch hier die Lage verschlechtert. In Baden-Württemberg seien es sogar 75 Prozent der befragten Unternehmen, die die mangelnde Infrastruktur beklagen. Puls mahnt deshalb, dass Deutschland Im Bezug auf die Kommunikation nicht hinterherhinken darf. Es sei die Aufgabe der Politik, hier deutlich nachzubessern. Um die größten Infrastrukturmängel zu beseitigen, müssten mehr Bauingenieure eingestellt werden. Stattdessen wurden aber in den letzten Jahren Stellen abgebaut und die Bauämter kommen mit den Planungen nicht nach. Rund 2.800 Unternehmen nahmen im Rahmen dieser Studie an den Befragungen teil.