Insolvente Imtech setzt Bauarbeiten am BER fort

News | Roland Riethmüller | 11.08.2015 Bild zu: Insolvente Imtech setzt Bauarbeiten am BER fort
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Auch nach der Insolvenz des Bauunternehmens Imtech Deutschland wird der Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten und die Bauarbeiten am Berliner Großflughafen BER in vollem Umfang fortgesetzt. Das meldete gestern der Insolvenzverwalter und plant damit, soviele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Unterdessen hat die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg eine Taskforce eingerichtet, die die Auswirkungen der Insolvenz auf den Bauablauf von BER überprüft.

Am 6. August 2015 hat die Imtech Deutschland GmbH & Co. KG am zuständigen Amtsgericht in Hamburg den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Doch auch nach der Insolvenz setzt das Bauunternehmen die Bauarbeiten am Berliner Großflughafen BER fort, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt. Der bestellte Sanierungsexperte der Hamburger Kanzlei Reimer Rechtsanwälte begrüßte damit das Engagement der Mitarbeiter und Subunternehmer, die Arbeiten am Flughafen BER bis auf weiteres unverändert aufrecht zu erhalten. “Ich werte das als großen und konstruktiven Vertrauensvorschluss in den Fortbestand von Imtech Deutschland”, freut sich Borchardt. Denn das Ziel des vorläufigen Insolvenzverfahrens bestehe schließlich darin, den Geschäftsbetrieb der Imtech Deutschland durch die bestehenden Projekte fortzusetzen und dabei möglichst viele der rund 4.000 Arbeitsplätze zu erhalten.

Nach Bekanntgabe des Insolvenzverfahrens hat BER-Fluhafenchef Karsten Mühlenfeld eine Taskforce zur Klärung der wirtschaftlichen, technischen, rechtlichen und bauablauftechnischen Implikationen eingesetzt. “Imtech ist eine der wichtigen Baufirmen für die BER-Baustelle”, erklärt Mühlenfeld. “Ob und in wie weit auch Auswirkungen auf das Eröffnungsterminband in der zweiten Jahreshälfte 2017 gegeben sind, muss die Taskforce nun bewerten.”

Imtech Deutschland arbeitet bereits seit 2009 am Großflughafen Berlin BER. Als Werkunternehmer ist es mit Arbeiten im Bereich der Elektrotechnik und Mechanik beauftragt. Durch die Fortsetzung der Bauarbeiten kann die Imtech auch weiterhin den Zeitplan einhalten und hat damit alle Meilensteine beim Bau von BER erfüllt, betont Borchardt. Im Bereich der Elektrotechnik hat Imtech Deutschland Starkstromanlagen errichtet und im Bereich der Mechanik in Arbeitsgemeinschaft mit dem Unternehmen Caverion (ARGE ImCa) an der Sanitär-, Heizung-, Kälte- und Sprinkleranlage gearbeitet. Damit ist die Bautechnikfirma indirekt auch an den in der Öffentlichkeit heftig für Planungsfehler und daraus resultierenden Verzögerungen kritisierten Brandschutzanlage beteiligt. Allerdings hat die Imtech Deutschland entgegen der öffentlichen Darstellung keine Planungsverantwortung und damit auch keine Verantwortung für die Funktionalität im Planungsprozess der Entrauchungsanlage, versichert der Insolvenzverwalter.

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