Instandhaltung von Baumaschinen und Werkzeugen – So gestaltet die DIN 31051 Abläufe effizienter

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Die Instandhaltung von Maschinen und Werkzeugen ist für Handwerker ein ebenso wichtiges wie komplexes Thema. Die DIN 31051 gibt wichtigen Prozessen zur Qualitätssicherung in handwerklichen Betrieben einen konkreten Rahmen. So kann die Norm bei Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung unterstützen.

Maschinen und Werkzeuge in handwerklichen Betrieben müssen einer ständigen Qualitätskontrolle unterliegen. Sie gewährleistet die Einhaltung wesentlicher Sicherheitsrichtlinien und ist die Grundlage für eine gleichbleibende Qualität und effiziente Arbeitsprozesse.

Die DIN 31051 im Überblick

In der DIN 31051 sind alle Maßnahmen und Richtlinien zusammengefasst, nach denen die technische, organisatorische und administrative Funktionalität von Maschinen und Geräten in handwerklichen Betrieben gewährleistet bleiben soll. Insbesondere in Betrieben in der Elektronik-Branche, in denen hochsensible Geräte im Einsatz sind, ist die Instandhaltung ein zentrales Thema. Sind handwerkliche Betriebe als Gewerke in Bauprojekte involviert, dient die Einhaltung der DIN 31051 zusätzlich der Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien auf der Baustelle. Für die Verantwortlichen in der Qualitätssicherung ist die Norm nicht nur ein Katalog aus gesetzlichen Vorgaben und Pflichten. Sie kann auch dabei helfen, die Arbeitsprozesse im Betrieb zu optimieren. Ein normgerechtes Instandhaltungsmanagement kann Ausfallzeiten minimieren und Kosten senken, weil erforderliche Reparaturmaßnahmen frühzeitig erkannt werden.

Die DIN 31051 unterteilt Instandhaltungsmaßnahmen in Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung und gibt damit ein klares Prozedere vor, das Verantwortlichen im Qualitätsmanagement als Richtlinie dienen kann. Zum Juni 2019 erschien die Norm in einer überarbeiteten Version und damit in ihrer aktuell gültigen Fassung. Darin wurden die Begriffe an die DIN EN 13306:2018-02 angepasst und Anhang A wurde gestrichen, wie die Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ) informiert.

Durch regelmäßige Wartung den Sollzustand gewährleisten

Der erste Schritt wesentlicher Instandhaltungsmaßnahmen ist die regelmäßige Wartung von Maschinen und Geräten. Sie soll dafür Sorge tragen, dass das Inventar in handwerklichen Betrieben mangelfrei bleibt und damit nicht nur die uneingeschränkte Effizienz von Arbeitsprozessen gewährleistet ist, sondern auch wichtige Aspekte der Betriebssicherheit oder der Sicherheit auf Baustellen eingehalten werden.

Bei der Wartung geht es vor allem um die sachgerechte Pflege von Maschinen, Werkzeugen und Anlagen, um die Abnutzung so gering wie möglich zu halten. Neben der Reinigung aller dafür vorgesehen Bestandteile gehört auch das Abschmieren einzelner Bereiche zur Wartung. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Verschleißteilen, die durch gute Pflege lange im Sollzustand erhalten und regelmäßig auf Abnutzung und die Notwendigkeit eines Austausches überprüft werden sollen.

Durch die Inspektion Istzustand und Sollzustand vergleichen

Mit den Vorgaben für die regelmäßige Inspektion geht die DIN 31501 einen Schritt weiter und vergleicht den erwarteten Sollzustand mit dem tatsächlichen Ist-Zustand. Hier geht es um detaillierte Prüfmaßnahmen, mit denen Maschinen, Werkzeuge und Anlagen genauer unter die Lupe genommen werden. Für Inspektionen werden vor allem große und komplexe Maschinen meist in Betrachtungseinheiten unterteilt, die mit einzelnen Arbeitsprozessen verknüpft sind.

Die Verfahren und technischen oder elektronischen Hilfsmittel, die für eine Inspektion herangezogen werden, variieren je nach Branche. Sie erheben und erfassen den aktuellen Zustand eines Instandhaltungsobjektes und prüfen es auf Abnutzung, Funktionalität und Sicherheit. In der anschließenden Beurteilung und Analyse wird der Istzustand definiert und dem Sollzustand gegenübergestellt, um potenzielle Fehlerquellen zu ermitteln. Der Anspruch dieser Säule der Instandhaltungsmaßnahmen besteht darin, Fehlerquellen aufzudecken und erforderliche Reparatur- und Instandsetzungsmaßnahmen zu erarbeiten und durchzuführen, bevor es zu gravierenden Schäden kommt, die die Arbeitsabläufe einschränken, Ausfälle verursachen und die Betriebssicherheit gefährden können.

Durch automatisierte Inspektionen in einem regelmäßige Turnus können handwerkliche Betriebe die Lücke zwischen Istzustand und Sollzustand minimal halten und bei Bedarf schnell wieder schließen.

Durch Instandsetzung den Sollzustand wiederherstellen

Eine regelmäßige Inspektion soll gravierende Schäden an Maschinen und Werkzeugen vorbeugen. Durch gewöhnlichen Verschleiß oder Fehlfunktionen kann es dennoch zu Schäden kommen, die die Funktionalität und Sicherheit von Arbeitsmaterialien einschränken. Ist es zu Schadensfällen oder Störungen gekommen, ist eine professionelle Instandsetzung mit minimalem Zeit- und Kostenaufwand erstrebenswert. So können längere Ausfallzeiten oder eine gravierende Beeinträchtigung der Arbeitssicherheit verhindert werden.

Die Instandsetzung sollte immer durch fachlich qualifiziertes Personal erfolgen, gegebenenfalls durch eine Fremdfirma. So können Effizienz und Sicherheit gewährleistet werden. In den meisten Fällen werden von der Durchführung erforderlicher Instandsetzungsmaßnahmen auch Garantie- und Gewährleistungsaspekte berührt.

Noch mehr als der Sollzustand? Verbesserungen als Optimierungsschlüssel

Mit einer möglichst langen und lückenlosen Aufrechterhaltung des Sollzustandes können Maschinen, Werkzeuge und Anlagen in Handwerksbetrieben und in Bauprojekten effizient und sicher eingesetzt werden. Die Ansprüche der DIN 31051 gehen jedoch über einen einwandfreien Sollzustand hinaus. Die letzte Säule der Norm befasst sich mit der Verbesserung bestehender Arbeitsprozesse und -abläufe und ist auf die Optimierung funktionierender Systeme ausgerichtet.

Haben Maschinen und Geräte die Inspektion ohne Beanstandung durchlaufen und sind keine Instandsetzungsmaßnahmen erforderlich, lohnt sich häufig ein Blick auf einzelne Funktionen, das Zusammenspiel verschiedener Teilbereiche und Schnittstellen zu anderen Maschinen und Werkzeugen. Sind komplexe Technologien und Mechaniken ein Teil der Gesamtfunktion, stehen bei älteren Geräten möglicherweise modernere Bauteile zur Verfügung. Hier können Betriebe im Rahmen der Verbesserung prüfen, ob diese zeit- und kosteneffizient ausgetauscht oder nachgerüstet werden können und ob sich so eine Optimierung etablierter Prozesse erreichen lässt.

Möglicherweise können bestehende Arbeitsabläufe durch eine gezielte Feinjustierung an neue Parameter angepasst und effizienter gestaltet werden. Insbesondere automatisierte Prozessreihen sollten regelmäßig mit dem Ziel der Verbesserung geprüft werden. So lässt sich ermitteln, ob das volle Potenzial bereits ausgeschöpft wird, oder ob sich durch zeit- und kosteneffiziente Anpassungen eine Verbesserung der Produktivität und damit auch der Wertschöpfungskette erreichen lässt. Die Umstellung auf eine teilweise oder vollständige Digitalisierung einzelner Prozessbereiche kann ebenfalls ein Bestandteil der Verbesserungsmaßnahmen sein. Hier liegt für handwerkliche Betriebe oft großes Optimierungspotenzial im Hinblick auf Zeit- und Kosteneffizienz.

In der DIN 31051 finden handwerkliche Betriebe nicht nur einen Katalog aus Rahmenbedingungen und Pflichten, sondern auch eine Richtlinie für ein effizientes Instandhaltungs- und Qualitätsmanagement.

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