Ist-Versteuerung mit erhöhter Umsatzgrenze

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Foto: Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Das Bundeskabinett beschloss kürzlich die Erhöhung der Umsatzgrenze für die Anwendung der Ist-Versteuerung. Damit wird bis zum Jahresende 2011 die bisher nur in den neuen Bundesländern gültige Bewertung auch bundesweit umgesetzt. Das bedeutet für die kleinen und mittleren Unternehmen eine wesentliche Entlastung ihrer Finanzen und damit der Steigerung ihrer Liquidität. Sobald der Bundesrat dem Beschluss zustimmt, kann jedes betroffene Unternehmen die Neuregelung entsprechend anwenden.

Seit dem 01.07.2009 galt für die Ist-Versteuerung der Unternehmen bisher eine Grenze von 250.000 Euro. Bis zu diesem Betrag konnten Betriebe die Ist-Versteuerung anwenden. Bei der Ist-Versteuerung wird die Umsatzsteuer erst an das Finanzamt gezahlt, wenn auch die Rechnung des Kunden an das Unternehmen beglichen wurde. Lagen sie über diesem Wert, mussten sie die Umsatzsteuer im Voraus an das Finanzamt abführen. Damit mussten die Betriebe bisher die Umsatzsteuer „finanzieren“. Lediglich in den neuen Bundesländern galt bereits die 500.000 EUR Regelung. Momentan gilt diese Änderung nur bis zum Jahres Ende 2011.

Durch die Erhöhung des zu bewertenden Unternehmensumsatzes entspannt sich für viele kleine und mittlere Unternehmen des Baugewerbes ihre Finanzsituation und Planungssicherheit deutlich. Durch die bisherige Vorfinanzierung der Umsatzsteuer wurde die Liquidität der Betriebe begrenzt, da Auftraggeber Rechnungen meist mit Verzögerung begleichen. Mit der nun geltenden Erhöhung steigt die Eigenkapitalquote folglich wieder.

Das Baugewerbe fordert nun mit Nachdruck vom Bundesrat, der Gesetzesänderung zuzustimmen, damit der Beschluss des Bundeskabinetts auch wirksam wird. Darüber hinaus fordert der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) die dauerhafte Festsetzung der nur vorübergehend geplanten Erhöhung der Umsatzgrenze zur Ist-Versteuerung. Felix Pakleppa, ZDB-Hauptgeschäftsführer: „ Durch die Maßnahme ergeben sich keine Steuerausfälle für den Fiskus, die Umsatzsteuer wird nur später fällig. Für 2012 könnte sich dadurch die Liquidität der Unternehmen um 1,1 Mrd. Euro erhöhen“.

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