Jeder 5. Haushalt nutzt Smart Home zur Energiesteuerung

News | Frank Kessler | 16.12.2020
Jeder 5. Haushalt nutzt Smart Home zur Energiesteuerung
Foto: Shutterstock – zhu difeng / ArGe Medien im ZVEH

Seit dem Jahr 2018 haben sich die Nutzerzahlen von Smart Home Anwendungen zur Energiesteuerung nahezu verdoppelt. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass vor allem jüngere oder besser verdienende Haushalte für die neue Technologie aufgeschlossen sind. Aber es müssen trotzdem noch Vorbehalte gegen die intelligente Gebäudetechnik beseitigt werden. Häufig sind die Kosten und der Datenschutz Hinderungsgründe. Daher ist es wichtig, das Thema noch besser auszuleuchten.

Die Digitalisierung ist auch in deutschen Wohngebäuden ein wichtiges Thema. Das bestätigt die aktuelle Auswertung des Energiebarometers der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Um Energieeffizienz und Wohnkomfort zu steigern, haben bereits viele Haushalte Smart Home Anwendungen im Einsatz. Jeder fünfte Haushalt nutzt zudem intelligente Steuerungsmöglichkeiten im Energiesektor. Das ist ein Anstieg der Nutzer um 75 Prozent seit dem Jahr 2018. Im Wärmebereich sind es sogar doppelt so viele Haushalte wie noch vor zwei Jahren. Intelligente Steuerungen betreffen mit 12 Prozent den Bereich Wärme. Auf Licht entfallen acht Prozent und auf Strom sechs Prozent. "Das Wohnen der Zukunft muss komfortabel und energieeffizient zugleich sein”, erklärt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe. “Wenn wir es durch einen klugen Einsatz digitaler Anwendungen schaffen, die Energieeffizienz im Wohnbereich weiter zu steigern, gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung eines klimaneutralen Gebäudebestandes."

Trotz stärkerer Marktdurchdringung gibt es noch immer große Ablehnung

Das setzt jedoch voraus, dass die Vorbehalte gegen diese Technologie weitgehend ausgeräumt werden können. Rund 45 Prozent der Haushalte, die das System noch nicht nutzen, können sich eine Nutzung auch nicht vorstellen. Die Kosten und der Datenschutz spielen bei dieser Entscheidung eine wichtige Rolle. Die größte Ablehnung kommt aus Haushalten mit Bewohnern über 71 Jahren. Da sind es rund 59 Prozent der Befragten. Doch auch niedriges Einkommen hat einen Einfluss auf die Akzeptanz: 53 Prozent aller Haushalte in diesem Segment lehnten die Technologie ab.

Smart Home Anwendungen tragen zur Energiewende bei

Das bedeutet pauschal für die Zukunft, dass Kostenbarrieren abgebaut werden müssen und das Thema Einsparpotenzial noch mehr betont werden muss. Denn nur wenn alle Haushalte ihren Beitrag leisten, kann die Energiewende gelingen. Um breitere Teile der Bevölkerung für Smart Home und Energiesteuerung zu gewinnen, muss mehr Transparenz geschaffen werden. Nur so ist es möglich, dass noch mehr Haushalte an der intelligenten Gebäudetechnik teilhaben. Besonders im Wärmebereich können zusätzliche Gewinne bei der Energieeffizienz erzielt werden. Das bedeutet auch, dass die Kostenbarrieren abgebaut werden müssen. Für dieses Energiebarometer wurden rund 4.000 Haushalte zum Thema Energiewende befragt.

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