Karriere machen im Handwerk

News , 10.04.2014 , Jennifer Brandt Bild zu: Karriere machen im Handwerk
Foto: Handwerkskammer Konstanz

Eine gute berufliche Qualifikation ist heute unverzichtbar. Die Zeiten, in denen ein guter Schulabschluss ausreichend war, um Karriere zu machen, sind längst vorbei. Dafür ist eine kontinuierliche Weiterbildung fast unabdingbar, wenn man im Beruf erfolgreich sein möchte. Auch im Handwerk ist diese Entwicklung deutlich spürbar und die Betriebe haben erkannt, dass eine Förderung und Unterstützung ihrer Beschäftigten bei Weiterbildungsmaßnahmen durchaus sinnvoll sind – sowohl für den Betrieb, wie auch für den Beschäftigten.

Längst macht man heutzutage nicht mehr nur in großen Wirtschaftsunternehmen Karriere. Auch im Handwerk ist dies immer öfter möglich. Vor allem die Tatsache, dass das Handwerk seinen Beschäftigten ein hohes Maß an Karrierebausteinen anbietet, macht die Karriere im Handwerk ein wenig leichter als in anderen Wirtschaftszweigen.

Wer im Handwerk die Karriereleiter empor klettern möchte, benötigt nicht unbedingt ein Abitur oder Studium. Auch ein Haupt- oder Realschulabschluss kann genügen, solange man den nötigen Ehrgeiz mitbringt. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sollten sich die Beschäftigten überlegen, ob sie die Situation durch qualifizierte Weiterbildung nicht positiv für sich nutzen möchten. Das Handwerk bietet dabei, je nach Schulabschluss, unterschiedliche Programme an.

Für Absolventen der Hauptschule bietet das Handwerk die „9+3“-Formel. Das bedeutet, dass entsprechende Noten beim Abschlusszeugnis der Berufsschule sowie das Prüfungszeugnis der Abschluss-/Gesellenprüfung dabei helfen, dass sich der Geselle oder die Gesellin den mittleren Bildungsabschluss anerkennen lassen kann. Damit ist „9+3“ die Qualifizierung in der Ausbildung mit Berufsabschluss.

Wer seinen Realschulabschluss gut hinter sich gebracht hat und dabei noch motiviert ist, sich weiterzuentwickeln, dem bietet das Handwerk die Ausbildung plus Fachhochschulreife an. Innerhalb von drei Jahren können sich Absolventen also doppelt qualifizieren. Im Detail heißt das, dass man sich während der regulären dualen Ausbildung über weitere 15 bis 16 Stunden freihält, um an zusätzlichen Unterricht an der Berufsschule teilzunehmen. Als Lohn winkt neben dem Gesselbrief dann auch die Fachhochschulreife.

Wem das alles noch nicht reicht, der kann natürlich jederzeit auch über eine Meisterprüfung nachdenken und diese in Angriff nehmen. Damit ebnet man sich im Grunde den optimalen Weg in die Selbstständigkeit. Wer dann den Meisterbrief in der Tasche hat, der kann diesen gleichzeitig für die Zusatzqualifikation „Betriebswirt (GA)“ nutzen.  Damit ist der Grundstein für eine erfolgreiche Unternehmensführung und Ausbildereignung gelegt. Im übrigen wurde kürzlich herausgefunden, dass Meister über die Dauer ihres Arbeitslebens fast genau so viel verdienen, wie Absolventen von Fachhochschulen.

Grundsätzlich gilt, dass man sich heutzutage nicht mehr auf seiner erlangten Qualifikation ausruhen sollte. Anhaltendes Lernen und Weiterbilden hilft nicht nur den Geist zu stärken, sondern vor allem auch seine Karriere voranzutreiben.