Keine Erholung in 2025: Krise hat Bauwirtschaft fest im Griff

Foto: Roland Riethmüller

Die Bauwirtschaft durchläuft schwere Zeiten. Rückgänge von bis zu 70 Prozent bei Aufträgen, Investitionsstopps und ein starker Rückgang im Baumaschinengeschäft belasten die Branche. Gleichzeitig sind die Kosten für Investitionsgüter und Baumaschinenfinanzierungen stark gestiegen. Zusätzlich verschärfen Fachkräftemangel, steigende Zinsen, geringe Risikobereitschaft und fehlende staatliche Investitionen die Krise. Besonders der Baumaschinenmarkt ist davon betroffen, da viele Unternehmen zunehmend lieber mieten statt kaufen. Doch selbst der Wohnungsbau kommt trotz Wohnungsmangels kaum voran. 

Bereits seit mehr als einem Jahr befindet sich die Bauwirtschaft in der Krise. Dafür gäbe es laut Jürgen Pfleiderer, dem Geschäftsführer vom Miet-Fachportal Rental-Portal, mehrere Gründe. Der Staat mache weniger finanzielle Mittel frei und es werde insgesamt auch weniger investiert. Das gilt auch für Projekte, die schon lange in Planung sind. Dazu gehören unter anderem der Straßenbau, der Bau von kommunalen Gebäuden und der Tiefbau. Auch der Wohnungsbau hinkt trotz des Wohnungsmangels hinterher. Das führe bei den Menschen zu einer tiefen Unsicherheit, denn weder Unternehmer noch Arbeitnehmer trauen sich im Moment, Risiken einzugehen. Die Lage ist zurzeit unübersichtlich, denn die Aufträge verbuchen ein minus von bis zu 70 Prozent. Selbst der krisensichere Industriebau kämpft mit der Krise. Auch in diesem Segment seien die Aufträge um mindestens 40 Prozent zurückgegangen.

Sind Veränderungen in der letzten Zeit festzustellen?

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf das Geschäft mit Baumaschinen. So halten viele Bauunternehmer ihre finanziellen Mittel zurück. Baumaschinen werden eher verkauft, damit das Unternehmen liquide bleibt. Doch auch hier ist die Lage besorgniserregend, denn auf dem internationalen Markt ist die Nachfrage nach Baumaschinen ebenfalls rückläufig. Ein weiterer Faktor sei laut Pfleiderer die Corona-Pandemie. Bis dahin waren die Zinsen niedrig und es wurden Baumaschinen angeschafft. In der Zwischenzeit sind die Zinsen allerdings wieder gestiegen und die Baumaschinen müssen abgezahlt werden. Dabei bringen sie mangels Aufträgen aber kaum noch Geld ein. Aus diesem Grund sind die Bauunternehmen mittlerweile verstärkt dazu übergegangen, Baumaschinen zu mieten. Das Unternehmen verfügt so über finanzielle Mittel, die nur bei Auftragsvergabe eingesetzt werden. Dieser Einbruch ist in der gesamten Branche festzustellen. Doch es gibt auch Unterschiede. Es gibt teilweise Bereiche, in denen die Vermietung von Baumaschinen brach liegt. In anderen Bereichen seien Baumaschinen gefragt, zum Beispiel bei der Verlegung von Glasfaser. Hinzu kommt, dass der Trend in Richtung Sanierung und Reparatur geht. Diese Entwicklung ist aber nicht in allen Bereichen positiv. Im Sommer konnten im Straßenbau viele Kleinbaustellen beobachtet werden. Hier fanden jedoch nur „Flickarbeiten“ statt, wodurch die Qualität der Straßen leidet.

Wie wirkt sich der Fachkräftemangel auf die Krise aus?

Auch der Fachkräftemangel wirkt sich negativ auf die Krise aus. Doch bereits vor 20 Jahren wurde der Fachkräftemangel prognostiziert. Während dieser Zeit ist der Zahl der Azubis gesunken und der Handwerksberuf hat an Stellenwert eingebüßt. Hinzu kommt, dass die Leistungskriterien von der Regierung herabgesetzt wurden. Mittlerweile gibt es Berufe, bei denen kein Meister-Abschluss mehr notwendig ist. Das wäre noch vor Jahren undenkbar gewesen. Damit die Branche wieder angekurbelt wird und die Krise gemeistert werden kann, müsse laut Pfleiderer der Staat investieren. Bereits seit Jahren sind Projekte in Planung, die noch nicht umgesetzt wurden. Allein 1.500 Brücken sind in Deutschland sanierungsbedürftig. Es fehle in Deutschland an Innovation und Flexibilität, um aus der Krise herauszukommen. Unternehmen gehen ins Ausland oder ausländische Firmen kaufen deutsche Unternehmen auf. Um die Krise zu meistern, bedürfe es eines finanziellen Polsters. Es sei jedoch nicht davon auszugehen, dass sich die Krise im Jahr 2025 auflöst.

Wird 2025 besser oder schlechter?

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