KI am Bau: Datensuche kostet 11,5 Stunden pro Woche

Foto: gpointstudio / envatoelements

Trotz BIM, Cloud und digitaler Tools verlieren Bauunternehmen noch immer viel Zeit bei der Suche nach Plänen, Freigaben und Projektinformationen. Die Digitalisierung der Bauwirtschaft stößt damit an eine entscheidende Grenze: Viele Daten sind vorhanden, aber nicht ausreichend vernetzt. Künstliche Intelligenz im Bauwesen könnte das ändern. Intelligente Systeme sollen Informationen schneller auffindbar machen, Zusammenhänge erkennen und damit Bauprozesse beschleunigen. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe eröffnet das erhebliches Potenzial. 

Die Digitalisierung habe auch die Bauwirtschaft in den vergangenen Jahren grundlegend verändert, bestätigt Adam Lamping als globaler Branchenleiter für Architektur, Ingenieurwesen, Bauwesen bei dem Cloud-Speicheranbieter Dropbox. Building Infomation Modeling (BIM), Cloud-Plattformen und mobile Anwendungen gehören insbesondere in den großen Bauunternehmen längst zum Arbeitsalltag. Trotzdem entstehen weiterhin erhebliche Zeitverluste bei der Suche nach Plänen, Freigaben und Projektinformationen. Das Problem liegt dabei allerdings weniger in fehlenden digitalen Werkzeugen als in der mangelnden Vernetzung der vorhandenen Daten. Für Bauunternehmen könnte deshalb der intelligente Informationsaustausch zur nächsten wichtigen Stufe der Digitalisierung werden. Denn Bauprojekte unterscheiden sich deutlich von den Abläufen vieler anderer Branchen. Für jedes Projekt kommen neue Unternehmen, Fachplaner, Nachunternehmer und weitere Beteiligte zusammen. Während interne Prozesse häufig bereits digitalisiert sind, entstehen vor allem an den Schnittstellen zwischen den Unternehmen Informationsverluste. Freigaben bleiben unklar, Änderungsaufträge verschwinden in E-Mail-Postfächern und wichtige Dokumente verteilen sich auf unterschiedliche Plattformen. Zusätzlich muss immer wieder geprüft werden, ob tatsächlich mit der aktuellen Zeichnung oder dem richtigen Planungsstand gearbeitet wird.

Informationssuche kostet trotz Digitalisierung Bauunternehmen viel Zeit

Die Folgen dieser fragmentierten Informationslandschaft sind erheblich. Nach einer im Auftrag von Autodesk durchgeführten Erhebung von Deloitte Access Economics verbringen Bauleiter und Führungskräfte durchschnittlich 11,5 Stunden pro Woche damit, Informationen zu suchen, zusammenzuführen und auszuwerten. Damit geht Arbeitszeit verloren, die eigentlich für die Steuerung und Umsetzung von Bauprojekten benötigt wird. Doch zusätzliche Software allein dürfte dieses Problem kaum lösen. Denn mit jeder weiteren Anwendung entsteht noch ein neuer Speicherort für Pläne, Verträge, Leistungsverzeichnisse oder Baustellendokumentationen. Entscheidend wird daher zunehmend, Informationen aus unterschiedlichen Systemen miteinander zu verbinden und für Projektbeteiligte zentral zugänglich zu machen.

KI im Bauwesen soll vorhandenes Bauwissen besser nutzbar machen

Eine wichtige Rolle könnte dabei Künstliche Intelligenz (KI) übernehmen. Werden unterschiedliche Informationsquellen miteinander verknüpft, können KI-gestützte Such- und Assistenzsysteme Dokumente nicht nur finden, sondern Informationen auch dem jeweiligen Projektzusammenhang zuordnen. Statt verschiedene Plattformen einzeln zu durchsuchen, könnten Beschäftigte konkrete Fragen stellen und Antworten mit Verweisen auf die zugrunde liegenden Unterlagen erhalten. Dadurch könnte die Digitalisierung am Bau einen neuen Schwerpunkt bekommen. Während in den vergangenen Jahren hauptsächlich Dokumente und Prozesse digitalisiert wurden, rückt nun die Vernetzung dieser Informationen über Unternehmens- und Systemgrenzen hinweg in den Mittelpunkt. Dokumentenmanagement-Plattformen können dabei als verbindende Ebene zwischen bereits eingesetzten Anwendungen dienen. Bestehende Arbeitsweisen müssten dafür nicht vollständig ersetzt werden.

Vernetzte Daten können Bauprojekte beschleunigen

Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe liegt darin erhebliches Potenzial. Besser verfügbare Projektinformationen können Medienbrüche reduzieren, Entscheidungen beschleunigen und das Risiko senken, mit veralteten Unterlagen zu arbeiten. Gleichzeitig profitieren Nachvollziehbarkeit, Qualität und Risikomanagement. Entscheidend für die nächste Phase des digitalen Bauens ist deshalb nicht die Menge der verfügbaren Daten. Vielmehr müssen vorhandene Informationen so miteinander verbunden werden, dass sie im richtigen Kontext schnell nutzbar sind.

Was bremst die Digitalisierung am Bau am stärksten?

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Fachwissen wird nicht weitergegeben und geht in den wohl verdienten Ruhestand. Unternehmer wollen Kosten sparen und stellen Nachfolger zu spät ein, somit ist ein beschränkter bis kein Wissenstransfer möglich bzw. gegeben. Wen sollen DIE fragen, wenn keiner mehr da ist der die „alte Technik“ bzw. „sein Handwerk“ versteht. Die Leute machen es sich zu einfach und fragen zuerst die KI bevor sie nachdenken und sich das Knowhow wie früher selbst aus Literatur an eignen. KI kann keine 100% Lösung sein.

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