Klimaangepasstes Bauen: Deutschland braucht Klimasicherheit

Foto: juanjomenta / envatoelements

Das Klima in Deutschland hat sich geändert. Hochwasser, Unwetter und starke Hitze sind die Folgen des Klimawandels. Die Städte sind jedoch nicht darauf vorbereitet. Eine aktuelle Studie hat nun bestätigt, dass in Deutschland ein klimaangepasstes Bauen zwingend erforderlich ist. Ansonsten drohen Überflutungen in den Städten, Hitze, Hochwasser, Trockenheit und Wassermangel. Bund und Länder sind jetzt gefordert, klare Richtlinien zu erstellen.

Hochwasser und Hitze sind die Auswirkungen des zunehmenden Klimawandels in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU Kaiserslautern). „Im Fokus der Studie stehen drei Gefahren durch extreme Wetterlagen, gegen die vor allem der Staat, aber auch private Haus- und Wohnungseigentümer jetzt effektiv und entschlossen vorgehen müssen: Überflutungen und Hochwasser, Hitze, Trockenheit und Wassermangel in den Städten“, erklärt Theo Schmitt, Professor an der RPTU Kaiserslautern. Dabei brauche Deutschland vor allem eine Klima-Risiko-Analyse für alle Städte. Das jedoch setzt die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen voraus. Notwendig sind besonders Vor-Ort-Lösungen durch ein klimaangepasstes Bauen. Nur so können die Städte klimasicher gemacht werden.

Nicht nur Wohnhäuser und öffentliche Gebäude müssten umgebaut werden

Der Unwetter-Umbau bezieht sich nicht nur auf Wohnhäuser, öffentliche Gebäude und Industrieanlagen. Klimasicher saniert werden müssten auch die Tunnel, Straßen, Gleise und die Kanalisation. Alles muss geprüft und Schutzkonzepte geschaffen werden. Das geht nicht ohne eine ‚Klima-Risiko-Task-Force‘. Laut der Studie ist es jetzt die Aufgabe von Bund und Ländern, klare Richtlinien zu erstellen. Außerdem brauchen die Kommunen eine finanzielle Unterstützung. Besonders wichtig sei dabei, die Städte vor Hochwasser zu schützen. Deshalb werde dringend eine Analyse der Gefahrenlage gefordert, denn die Regenmassen stellen eine klare Gefahr für die Städte dar. Darüber hinaus sei ein Starkregen-Wassermanagement auf Bundesebene dringend erforderlich. „Auf Risikokarten muss Straße für Straße – bis aufs einzelne Haus genau – die Überflutungsgefahr eingetragen werden“, fordert Schmitt. „Es geht darum, mit der Starkregen-Risikokarte die Wirkung von Sturzfluten digital zu simulieren. So können Städte ‚wassersensibel` entwickelt werden.“

Klimaangepasstes Bauen – Wassermangel und Trockenheit sowie Hitze in den Städten

Problematisch sei auch, dass das Grundwasser immer weniger zur Verfügung stehe. Dies führt in den Städten zunehmend zu Wassermangel und Trockenheit. Um diesem Szenario vorzubeugen, könne das Regenwasser effektiv genutzt werden. Nicht nur Starkregen, die anhaltende Trockenheit und fehlendes Grundwasser müssen die Städte und Kommunen dazu veranlassen, Schutzkonzepte zu entwerfen. Die Studie stellt auch die Städteplaner vor große Aufgaben. Klimaangepasstes Bauen – das bedeutet auch, in den Städten für Frischluftschneisen und Schatten zu sorgen. Der Klimawandel stellt aber auch die Architekten vor eine große Aufgabe, denn es geht auch um ein optimales Klima in Innenräumen. Letztendlich macht die Studie deutlich, dass Deutschland ein klimaangepasstes Bauen braucht. Länder und Kommunen müssen nun die richtigen Weichen für dieses klimaangepasste Bauen stellen.

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