Klimaschutz am Bau - Grazer Deklaration verabschiedet

News , 24.09.2019 , Frank Kessler Klimaschutz am Bau - Grazer Deklaration verabschiedet
Foto: Roland Riethmüller

Im Baubereich ist auch der Klimaschutz ein beherrschendes Thema. Deshalb wurde in Graz eine Absichtserklärung für den Schutz des Klimas im Baubereich verabschiedet. An der Ausarbeitung der Grazer Deklaration waren rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 30 Ländern beteiligt. Der Grund dafür ist der hohe Anteil der Baubranche an der Umweltbelastung und Inanspruchnahme der Ressourcen.

Der Anteil der Gebäude, die für Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, liegt bei 35 Prozent. 40 Prozent entfallen auf den Energieverbrauch. Diese Werte werden jedoch noch durch die benötigten Bauprodukte erhöht. Ein entschlossenes Handeln wird nun durch die Grazer Deklaration gefordert. Sie appelliert an die Regierungen, neue technologieoffene Anforderungen verbindlich zu formulieren. Bei den Planungsaufgaben müssen diese Anforderungen konkret umgesetzt werden. Ein erklärtes Ziel ist die Einführung eines Budgets für den Lebenszyklus von Treibhausgasen. Außerdem wird auf den Bedarf an Förderprogrammen hingewiesen. Maßnahmen zur Einsparung von Treibhausgasen sollen damit honoriert werden. Die Bauforschung soll außerdem personell ausgestattet werden. Ergänzt wird die Deklaration durch Handlungsempfehlungen an die Immobilien- und Finanzwirtschaft sowie durch eine Selbstverpflichtung der Wissenschafterinnen und Wissenschafter. Ziel ist, die Politik beim Erreichen der Ziele zum Schutz der Umwelt zu unterstützen.

Das Ziel ist die Reduzierung von Treibhausgasen

Die Europäische Konferenz zu Themen der Nachhaltigkeit im Bau- und Immobilienbereich sowie der nachhaltigen Quartiers- und Stadtentwicklung - fand von 11. bis 14. September an der TU Graz statt. Sie ist Teil einer Reihe, die zur Vorbereitung der Weltkonferenz WSBE20 in Göteborg dient. Die großen Themen dieser Konferenz waren, wie am Bau die Emissionen von Treibhausgasen verringert werden kann, wie natürliche Ressourcen geschont und wie die Risiken für die Gesundheit und für die Umwelt vermieden werden können. In diesem Zusammenhang wurden auch neue Bewertungshilfsmittel, innovative Bauprodukte und neue Geschäftsmodelle vorgestellt. Alle Teilnehmer waren sich darüber einig, dass es Vorrang hat, die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Diese sind die Voraussetzung zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, die Basis für jede wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklung ist. Das Ziel ist die Eingrenzung der globalen Erwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius. Dieses Ziel zum Klimaschutz muss jedoch bei allen am Bau Beteiligten umgesetzt werden. Dazu werden konkrete Anforderungen und Zielwerte gebraucht.