Klimawandel und Corona-Krise – Zukunft der Bauwirtschaft

Klimawandel und Corona-Krise - Zukunft der Bauwirtschaft
Foto: Roland Riethmüller

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie und der Klimawandel auf die Bauwirtschaft aus? Eine aktuelle Untersuchung wagt eine Baumarktprognose für die Jahre 2020 bis 2025. Demnach bleibt die Situation angespannt. Zwar hat sich die Lage bis September schon wieder etwas stabilisierte, doch ist mit einer weiteren Ausbreitung der Pandemie während der Winterzeit zu rechnen. Die neusten Zahlen des Statistischen Bundesamts senken daher die Erwartungen.

Bereits bei der ersten Infektionswelle waren die Marktforscher von der Heinze Marktforschung gelassen. Es wurde ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von minus 5,7 Prozent erwartet. Der Meinung waren auch viele andere Wirtschaftsforschungsinstitute. Trotzdem war Skepsis angesagt. Fest steht, dass die herannahenden Insolvenzen das Wachstum im kommenden Jahr 2021 schwer belasten werden. Die vielen Veränderungen kosten zunächst viel Geld. Außerdem wird das Wachstum durch die kriselnden Schwellenländer für lange Zeit ausgebremst. Man erwartet, dass das Niveau aus Vorkrisenzeiten erst wieder in den Jahren 2022/23 erreicht wird. Aus demografischer Sicht senken die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Wohnungsnachfrage die Erwartungen. Die tatsächliche Zahl aller Haushalte hat sich durch eine geringere Zuwanderung schwächer entwickelt, als angenommen. Nach heutigen Schätzungen wird es im Jahr 2035 rund 680.000 Haushalte weniger geben als zunächst angenommen. Trotz leichtem Rückgang wächst der demografische Nachfrageindikator in Zukunft immer noch leicht.

Die Auswirkungen der Klimapolitik

Bei der Berechnung der Rahmendaten wird auch auf die Klimapolitik in der Baubranche eingegangen. Für das Jahr 2020 wurde so ein Fördervolumen für klimafreundliche Gebäudesanierung von drei bis vier Milliarden Euro erreicht. Um jedoch die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, müssten 14 bis 25 Milliarden Euro an Fördermitteln jährlich verbraucht werden. Die Gesamtsumme der Investitionen wäre dann doppelt so hoch. Dabei ist der Nichtwohnbau in den Zahlen noch nicht enthalten. Würde man diesen auch noch mit einbeziehen, würde man auf eine Investitionssumme von zusätzlich 67 Milliarden Euro kommen. Das würde wiederum eine Erhöhung der Modernisierungsmaßnahmen im Hochbau von 28 Prozent ausmachen und damit eine deutliche politische und baugewerbliche Herausforderung darstellen.

Veränderungen durch die Corona-Krise

Durch die Corona-Pandemie hat sich das bauliche Umfeld erheblich verändert. Es sind nicht nur kurzfristige Veränderungen, sondern auch langfristig wirkt sich die Pandemie auf die Bauwirtschaft aus. Die Abwanderungsbewegungen vom Land in die Stadt bewegen sich wieder in Richtung Land. Gegenüber „Reisen“ hat die Kategorie „Wohnen“ deutlich an Bedeutung gewonnen. Der Bedarf an Mehrfamilienhäusern bleibt jedoch immer noch hoch. Im Nichtwohnbau sieht das jedoch völlig anders aus. Auf absehbare Zeit werden Gebäudegruppen im Einzelhandel und im Hotel- und Gaststättenbereich Überkapazitäten haben. Was den Bürogebäudebau betrifft, wird noch sehr stark diskutiert. Aber alles spricht für eine Bedarfsminderung. Trotzdem ist nicht davon auszugehen, dass der Bauwirtschaft die Arbeit ausgehen wird.

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