Kommunale Bauaufträge: Kürzung bedroht Bauunternehmen

News | Frank Kessler | 24.01.2023

Wegen knapper Kassen setzen viele Kommunen für den Haushaltsplan 2023 bei einigen Baumaßnahmen den Rotstift an. Das sind jedoch Einsparungen am falschen Ende. Denn darunter leiden auch massiv die mittelständischen Bauunternehmen. Kommunale Bauaufträge sind überlebensnotwendig für viele Betriebe. Wenn diese Aufträge wegbrechen, so bedeutet das für viele Betriebe eine Bestandsgefahr. Damit würde aber auch ein Teufelskreis in Gang gesetzt werden.

Es geht wie immer ums Geld. Zu Beginn des neuen Jahres müssen die Stadt- und Gemeinderäte die Jahreshaushalte aufstellen. Besonders in diesem Jahr ist das wegen der eingebrochenen Gewerbesteuereinnahmen schwierig. Daher soll besonders bei den Baumaßnahmen gespart werden. Das ruft die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) auf den Plan: "Beim Bauen zu sparen, ist Sparen am falschen Ende", warnt BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka. Die Bauvorhaben dürften trotz der angespannten finanziellen Lage nicht verschoben werden. Viele Straßen und unzählige Gebäude sind dringend sanierungsbedürftig. Die Bauwirtschaft ist auf die Investitionen angewiesen. Die kommunalen Bauaufträge sind besonders für mittelständische Bauunternehmen wichtig.

Kommunen sollten Vorbildfunktion gegenüber Bauherren ausüben

Die Baumaßnahmen sind gerade in der heutigen Zeit ein großer Kostenblock. So kann die Stadt sehr viel Geld sparen, wenn sie darauf verzichtet. Viele Kommunen überdenken deshalb ihre Baupläne. Doch ist diese Strategie sehr kurzsichtig. "Zum einen beeinträchtigt das nachhaltig den Zustand und die Haltbarkeit öffentlicher Bauwerke, und zum anderen leiden darunter vor allem die mittelständischen Baufirmen massiv", bringt es Gilka auf den Punkt. Wer von Sanierungen, Neubauten und Modernisierungen ablässt, der könne ebenso die Uhr anhalten, um die Zeit einzusparen.

Möglicher Teufelskreis durch ausbleibende kommunale Bauaufträge

Das Straßennetz ist streckenweise erheblich marode. Das behindert nicht nur die Wirtschaft, sondern steigert auch die Unfallgefahren. Sanierungsbedürftig sind aber auch viele Schulen und andere öffentliche Einrichtungen. Je länger die Kommunen kommunale Bauaufträge verschieben, umso schlechter wird deren Zustand. Hinzu kommt, dass auch die Kosten deutlich steigen, je länger man mit der Sanierung wartet. Besonders die öffentliche Hand müsse daher ihre Vorbildfunktion unter Beweis stellen. "Wenn nicht einmal die Gemeinde ihre Gebäude in Schuss hält und vor allem energetisch auf den neuen Stand bringt, kann man nicht vom privaten Hauseigentümer erwarten, dass der dann dämmt und modernisiert", appelliert Gilka an die Verantwortung gerade der Kommunen. Die falsche Sparsamkeit bereitet ihm weitere Sorgen. Die mittelständischen Unternehmen sind gerade auf kommunale Bauaufträge angewiesen. Nur so können sie überleben. Brechen diese Aufträge weg, besteht eine Bestandsgefahr. Das wiederum senkt die Gewerbesteuereinnahmen erneut und löst im schlimmsten Fall eine Abwärtsspirale in den Kommunen aus.

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