Kreditvergabe im Baugewerbe größenabhängig

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Foto: Roland Riethmüller

Die Kreditzinsen sind immer noch sehr niedrig, wodurch die Aufnahme eines Kredits entsprechend attraktiv ist. Dass dies im Baugewerbe  jedoch nicht für jede Betriebsgröße ohne Probleme genutzt werden kann, bereitet durchaus Probleme. Letztlich zeigt sich, dass gerade kleine Betriebe nur unter schweren Bedingungen, wenn überhaupt, die Chance bekommen einen Kredit aufzunehmen. Dass dies unter Umständen kontraproduktiv für ihre Geschäftslage ist versteht sich wohl von selbst.

Die Aufnahme eines Kredits ist heutzutage keine Seltenheit mehr und gehört sowohl im Privaten, wie auch im Geschäftlichen fast zum Alltag dazu. Gerade im geschäftlichen Umfeld bedarf es schließlich immer wieder Investitionen, die dazu beitragen, dass man sich als Betrieb weiterentwickelt und seine laufenden Geschäfte erfolgreich abwickeln kann. Umso schlimmer ist es, dass gerade kleine Betriebe im Handwerk nicht ohne Umstände an Kredite kommen.

Eine aktuelle KfW-Verbändeumfrage zur Finanzierungssituation legt genau dieses Problem ziemlich deutlich offen. Die Analyse dieser Befragung hat sich der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) genauer angesehen und Aufschlussreiches festgestellt. Zwar sieht die Situation im Gesamthandwerk gar nicht so schlecht aus, doch sind es gerade die kleineren Betriebe die den Schnitt nach unten ziehen. Bezogen auf das Gesamthandwerk bedeutet das, dass 44,7 Prozent der befragten Handwerksbetriebe den Kreditzugang als leicht beurteilen, gerade einmal 20,7 Prozent gaben an, durchaus auf Probleme gestoßen zu sein.

Betrachtet man nun allerdings kleinere Betriebe, nämlich solche mit einem Jahresumsatz bis 100.000 Euro, so zeigt sich, dass hier nur noch 17,6 Prozent der befragten angeben, problemlos einen Kredit zu bekommen. Jedoch 51,6 Prozent bekommen nur schwierig einen Kredit. Von dieser befragten Gruppe bekommen 48,7 Prozent sogar überhaupt keine Möglichkeit einer Kreditaufnahme, selbst dann nicht, wenn sie ungünstige Kreditbedingungen akzeptieren würden. Damit liegt diese Anzahl 5,3 Prozent über der Quote im Vorjahr.

Betrachtet man die Gründe für den schwierigen Kreditzugang genauer, kristallisiert sich heraus, dass es zumeist eine ungünstige Rating-/Scoringquote ist, die Kreditunternehmen davon abhält, Kredite an Handwerksbetrieb zu vergeben. Umso erschreckender ist es, dass gut die Hälfte der Handwerksbetriebe diesen Parameter für ihr Unternehmen überhaupt nicht kennt. Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH, sieht hier die Betriebe wie auch vor allem die Kreditinstitute in ihrer Pflicht: „Natürlich sind hier die Betriebe gefordert, Kreditentscheidungen und damit auch die Ratingquote zu hinterfragen. Allerdings zeigt dies auch, dass Kreditinstitute eben nicht freiwillig und ohne Nachfrage über Rating-/Scoringergebnisse informieren, wie sie es im Rahmen der Basel II-Einführung als freiwillige Selbstverpflichtung einmal postuliert hatten.“

Um den eigenen Betrieb also langfristig liquide und damit auch konkurrenzfähig zu halten, lohnt es sich, sich seinen Finanzstatus genauer unter die Lupe zu nehmen, um zu wissen, wie man im Falle einer Kreditvergabe dasteht.

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