Kritik EEG-Novelle: Kein Impuls Ausbau Erneuerbarer Energien

News | Frank Kessler | 17.12.2020
Kritik EEG-Novelle: Kein Impuls Ausbau Erneuerbarer Energien
Foto: ArGe Medien im ZVEH

Bezüglich der strittigen Punkte zu Photovoltaik, Stromumlage, Smart Meter und Quartiersansatz im Rahmen der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes konnte man sich in der Großen Koalition auf einen Kompromissvorschlag einigen. Damit die EEG-Novelle am 1. Januar 2021 in Kraft treten kann, muss jedoch noch vor Weihnachten darüber abgestimmt und beschlossen werden. Trotz der Nachbesserungen kritisiert das Elektrohandwerk den fehlenden Impuls der Novelle. Somit besteht auch weiterhin Optimierungspotential.

Die Große Koalition hat sich noch kurz vor der Winterpause bezüglich strittiger Punkte bei der Novelle zu Erneuerbaren Energien geeinigt. Damit jedoch die EEG-Novelle zum 1. Januar 2021 in Kraft treten kann, muss der abgestimmte Kompromissvorschlag noch in dieser Woche von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

Photovoltaik und Stromumlage bei selbstgenutztem Strom

Nachgebessert wurde beim Thema Weiterbetrieb von bereits geförderten Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen). So wäre ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb nach dem 1. Januar 2021 ohne eine Nachbesserung nicht gewährleistet gewesen. Auch beim Eigenverbrauch wurde korrigierend eingegriffen. So muss künftig auf Strom keine Umlage gezahlt werden, wenn dieser aus Anlagen mit einer Leistung bis 30 kW im Umfang von 30 MWh pro Jahr erzeugt wird.

Keine Pflicht für Smart Meter bei kleinen PV-Anlagen

Die Verpflichtung zur Installation intelligenter Messeinrichtungen (Smart Meter) für kleine Anlagen wurde deutlich abgeschwächt. Der Schwellenwert wurde von einem Kilowatt-Peak (kWp) auf sieben kWp erhöht. Diese Änderung der Höhe des Maßes für die Leistung einer Photovoltaikanlage wird ausdrücklich vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) begrüßt, weil damit die Nutzung selbst produzierten Stroms unterstützt wird. Noch im September hatte der ZVEH darauf aufmerksam gemacht, dass der Einbau besonders bei kleinen PV-Anlagen so hohe Kosten verursacht hätte, die in keinem Verhältnis zu den Einsparungen stehen würden. Nach Ansicht des Verbands ist eine Installation erst ab einem Schwellenwert von 30 Kilowatt verhältnismäßig und vertretbar.

Stärkung des Quartiersansatz

Ebenfalls positiv wird bewertet, dass bei der Regelung zum Mieterstrom der Quartiersansatz umgesetzt wird. So darf Strom, der von einem Gebäude mit Solaranlage hergestellt wird, auch innerhalb des Quartiers geliefert und verbraucht werden. Somit wurde der Quartiersansatz deutlich erweitert.

Noch immer fehlende Anreize für die Nutzung Erneuerbarer Energien

Trotzdem bemängelt das Elektrohandwerk, dass die Novelle zwar wichtige Regelungslücke behebt, aber der so dringend notwendige Impuls zum Ausbau Erneuerbare Energien geht davon nicht aus. Ein weiterer kritischer Punkt ist die EEG-Umlage, die endlich abgeschafft werden sollte. Aktuell ist Strom immer noch teurer als fossile Energie. "Klimaschutz bedeutet, stärker auf Sonnen- und Windenergie zu setzen und Anreize für die Bürgerinnen und Bürger schaffen, grüne Energie zu nutzen”, betont Andreas Habermehl, ZVEH-Geschäftsführer Technik und Berufsbildung. “Das derzeitige Instrumentarium reicht hier noch nicht aus",

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