Kritik im Handwerk am Bildungsbericht

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Foto: Roland Riethmüller

Der in der letzten Woche veröffentlichte „Nationale Bildungsbericht“ stößt auf Kritik im Handwerk, da man einige der getroffenen Aussagen so nicht gerechtfertigt sieht. Im Gegenteil, das Handwerk ist sogar der Meinung, dass viele Bemühungen überhaupt nicht berücksichtigt, geschweige denn anerkannt wurden. Dabei geht das Handwerk ganz offensiv mit den bestehenden Problemen um und versucht, Jugendlichen die bestmöglichen Chancen der beruflichen Bildung zu vermitteln.

Für das Handwerk stellt der „Nationale Bildungsbericht“ nur eine Sekundärauswertung bereits veröffentlichter Statistiken dar, die keinesfalls mit der betriebswirtschaftlichen Realität abgeglichen worden sein können. Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle äußert seine Kritik gegenüber dem veröffentlichten Bericht sehr deutlich. Immerhin tut das Handwerk alles ihm mögliche, Auszubildende zu gewinnen. Dennoch blieben bundesweit gut 7.000 bis 8.000 Ausbildungsplätze unbesetzt.

Dabei liegt es aber auch immer wieder an den Schulabgängern selbst, die einfach nicht die nötige Qualifikation mit sich bringen. Oder aber das Interesse an einem akademischen Abschluss ist wesentlich höher als das nach einer beruflichen Ausbildung. Viele fixieren sich auch auf ganz spezielle Berufsbilder und sind dabei zu keinerlei Kompromiss bereit.  Es ist demnach zu einfach, die Schuld nur den Betrieben vorzuwerfen, sie wären nicht ausbildungsbereit genug.

Auch die im Bericht erwähnte Inklusion, also die Integration lernschwacher Schüler und solcher mit Behinderung, sieht das Handwerk durchaus als sehr zuverlässig umgesetzt. Immerhin spezialisieren sich viele Ausbilder im Betrieb auf solche Lehrlinge, indem sie beispielsweise die Gebärdensprache lernen, sofern ein Gehörloser die Ausbildung im Betrieb macht. Das Handwerk hat auch hier erkannt, dass es sich auf diese Schulabgänger einstellen muss, wenn sie dem Fachkräftemangel entgegenwirken wollen.

Beim Auswerten des „Nationalen Bildungsbericht“ lohnt es sich also durchaus, einen Blick hinter die Kulissen zu riskieren und kritisch an die eine oder andere Aussage des Berichts heranzugehen.

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