Kürzung vom Handwerkerbonus in der Kritik

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Foto: Roland Riethmüller

Die Bundesregierung plant, die steuerliche Abzugsfähigkeit von Handwerksleistungen unter 300 Euro zu streichen. Für Kleinreparaturen würde demnach der Handwerkerbonus komplett entfallen. Verbände und Gewerkschaften protestieren gegen diese geplante Kürzung und erinnern daran, dass der Handwerkerbonus einst zur Senkung der Schwarzarbeit eingeführt wurde. Eine Kürzung würde demnach den Haushalt nicht entlasten sondern eher noch stärker belasten.

Damit kleine Reparaturen von Handwerkern nicht schwarz erbracht werden, wurde einst ein steuerlicher Anreiz für die Beauftragung von ehrlich arbeitenden Handwerksbetrieben mit korrekten Rechnungen geschaffen. Mit diesem Handwerkerbonus können Verbraucher die Handwerkerleistung in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen und damit ihre Steuerlast senken.

Kürzlich sickerte durch, dass die Bundesregierung plant, genau diesen Handwerkerbonus zu kürzen und Handwerkerrechnungen mit einer Arbeitsleistung von unter 300 Euro im Jahr nicht mehr zur berücksichtigen. Als Grund wurde der hohe Verwaltungsaufwand angegeben. Dazu IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger: „Wer die Neuregelung mit der damit verbundenen Bürokratie begründet, muss sich nicht wundern, wenn dies von den Bürgern als Aufforderung zur Schwarzarbeit verstanden wird, nach dem Motto: Wenn Kleinbeträge dem Finanzamt zu viel Arbeit machen, nehmen wir ihnen doch die Last ab und erledigen die Reparatur gleich ohne Rechnung.“ So sieht es auch Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle: „Letztlich schneidet sich der Staat mit der wahrscheinlich gewollten Arbeitserleichterung für die Finanzverwaltung ins eigene Fleisch – Schwarzarbeiter zahlen bekanntlich gar keine Steuern.“

Außerdem sind es wieder einmal die sozial benachteiligten Einkommensschichten, die besonders unter der Beschneidung vom Handwerkerbonus leiden. Oft fehlt ihnen für größere Reparaturen das Geld, so dass lediglich kleine Handwerkerleistungen beauftragt werden. Wenn dann die Ausbesserungen jedoch unter 300 Euro liegen, haben sie keinen Anspruch auf den Handwerkbonus und können diese folglich nicht einmal steuerlich geltend machen. Das bevorteilt die wohlhabenden Personen, die den Umfang der Handwerkerleistungen leicht über den Sockelbetrag haben können, um in den Genuss vom Handwerkerbonus zu kommen.

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