Kundenbindung am Bau: Warum Handwerksbetriebe Händler wechseln

Kundenbindung am Bau Warum Handwerksbetriebe Händler wechseln
Foto: Roland Riethmüller

Eine aktuelle Studie beleuchtet die Kundenbedürfnisse im Kleinhandwerk. Demnach hat nur etwa jeder zehnte Kleinhandwerksbetrieb im letzten Jahr einen seiner bevorzugten Händler gewechselt. Dies deutet einerseits auf zufriedene Kunden mit einer loyalen Einkaufsmentalität hin. Andererseits gibt es jedoch mehrere pragmatische Gründe, die hinter solchen Wechseln stehen. Anbieter in der Bauwirtschaft sollten daher die Zufriedenheit ihrer Handwerkskunden im Auge behalten, da ein Wechsel der Einkaufsorte, obwohl selten, oft gute Gründe hat.

Kleinhandwerksbetriebe oder auch Mobile Generalisten kaufen in der Regel bei weniger als zehn festen Händlern ein. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Düsseldorfer Baumarktdatenspezialistens BauInfoConsult. In telefonischen Interviews wurden 600 Kleinhandwerksbetriebe mit weniger als 5 Mitarbeitern zu ihren Kundenbedürfnissen und ihrem Tätigkeitsprofil befragt. Die Ergebnisse sind in die Studie „Kleinhandwerk & Generalisten am Bau 2023“ eingeflossen und zeigen, dass auch der Direktvertrieb bei einigen Gewerken eine bedeutende Rolle spielt. Die Zufriedenheit der kleinen Handwerksfirmen mit ihren Stammhändlern hängt im Allgemeinen damit zusammen, dass die Handelsfilialen im durchschnittlichen Radius von 27 Kilometern um das Tätigkeitszentrum der Handwerksfirmen liegen oder Direktlieferungsoptionen bieten.

Gründe für Händlerwechsel im Kleinhandwerk am Bau

Unter den rund 10 Prozent der befragten Kleinhandwerksbetriebe, die im letzten Jahr einen Stammhändler durch einen anderen Wettbewerber ersetzt haben, spielten vor allem preisliche Gründe eine Rolle. Die Verfügbarkeit und Auswahl bevorzugter Marken und Produkte wurden ebenfalls als Begründung genannt. Somit hat die Materialpreis- und Lieferkrise des vergangenen Jahres zu Händlerwechseln geführt. Zusätzlich kann die Enttäuschung über nicht eingehaltene Absprachen dazu führen, dass ein Kleinhandwerksbetrieb einem Anbieter den Rücken kehrt. Es wird deutlich, dass Serviceleistungen und die Erfüllung der Kundenwünsche für den Baustoffhandel und -vertrieb wichtiger denn je sind.

Hohe Erwartungen der Handwerksbetriebe an ihre Lieferanten

Die Studie zeigt auch, wie anspruchsvoll die Handwerksbetriebe in Bezug auf ihre Lieferanten sind. Sie erwarten vor allem Dienstleistungen, die Lieferprobleme bei Materialien vermeiden und die Beschaffungskosten so gering wie möglich halten. Sowohl von Händlern als auch von Herstellern wird eine schnelle Lieferung von stets verfügbaren Produkten zu wettbewerbsfähigen Preisen erwartet.

Kommentare

0 0 votes
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse 2024

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2024 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.