Lange Genehmigungsverfahren bremsen Wohnungsbau

News | Roland Riethmüller | 17.08.2016
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Trotz des hohen Bedarfs an neuem Wohnraum kann die Wohnungswirtschaft die hohe Nachfrage nicht mit neuen Wohnungsbauprojekten ausreichend decken. Woran liegt das, mag man sich fragen. Die größten Baubremsen sind vor allem durch staatliche Einflussnahmen verursacht. Die Wohnungswirtschaft fordert daher eine Beschleunigung des Wohnungsneubaus durch flexible Baustandards und schnellere Genehmigungsverfahren.

Es ist bekannt, dass Deutschland zwischen 350.000 und 400.000 neue Wohnungen braucht. Vor allem in Ballungsgebieten ist die Situation besonders angespannt, so dass schon fast akute Wohnungsnot droht. Doch durch die langen Bauzeiten kann der Mietwohnungsbau den wachsenden Bedarf kaum decken. Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) hat daher kürzlich seine Mitglieder nach den entsprechenden Verzögerungen befragt.

Staatliche Einflussnahmen verursachen die größten Verzögerungen

Zu den größten Baubremsen zählen demnach mit 61 Prozent die langen Genehmigungsverfahren bis zur Bewilligung des Bauantrags. Doch auch der wachsende Planungsaufwand durch Verordnungen und Regelwerke wird von 58 Prozent der Befragten genannt. An der dritten Stelle der Verzögerungen stehen mit 49 Prozent die steigenden technischen Anforderungen an Wohngebäude. Immerhin noch 35 Prozent der Befragten sehen die schwierige Beschaffung von Bauland als größtes Hinderniss.

Im Schnitt drei Jahre Bauzeit

Die lange Bauzeit ist demnach die größte Hürde für die bayerische Wohnungswirtschaft. Mit 42 Prozent gibt fast die Hälfte der befragten Wohnungsbauunternehmen an, dass von der Planung bis zum Einzug rund drei Jahre ins Land streichen. Bei 20 Prozent dauert diese Phase sogar vier und mehr Jahre. Aber immerhin 13 Prozent der Befragten können die Zeit auf weniger als zwei Jahre verkürzen.

Wohnungsneubau muss beschleunigt werden

“Angesichts dieser Zahlen ist es dringend nötig, den Wohnungsneubau zu beschleunigen”, fordert VdW-Vorstand Xaver Kroner. Vor allem flexible Baustandards werden von 73 Prozent der befragten Wohnungsbauunternehmen als geeignetes Mittel angesehen. 70 Prozent empfehlen beschleunigte Genehmigungsverfahren und 49 Prozent erwarten eine Optimierung der kommunalen Abstimmungsprozesse.

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