Leichte Entspannung im Baugewerbe - Materialmangel rückläufig

News | Frank Kessler | 11.01.2022
Leichte Entspannung im Baugewerbe - Materialmangel rückläufig
Foto: Roland Riethmüller

Zum Jahresende gab es eine leichte Entspannung bei den Lieferengpässen am Bau. Trotzdem täuscht das nicht darüber hinweg, dass nach wie vor Knappheit an Rohstoffen bestehen und es dadurch zu Materialmangel kommt. Besonders problematisch sieht die Lage bei den Dämmstoffen und Kunststoffprodukten aus. Zu den Materialengpässen kommen noch die gestiegenen Preise hinzu. Das macht die ohnehin schon angespannte Lage noch brisanter.

Auf den Baustellen in Deutschland hat sich die Materialknappheit ein wenig verbessert. Im Hochbau klagten im Dezember 31,3 Prozent der befragten Betriebe über Lieferprobleme. Einen Monat zuvor waren es noch 34,5 Prozent. Das ergab eine Umfrage des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München (ifo-Institut). Im Tiefbau gingen die Lieferengpässe ebenfalls gegenüber dem Vormonat leicht zurück. Im Dezember waren hier 23,1 Prozent der Unternehmen davon betroffen, im November waren es noch 28,7 Prozent. "Trotz der aktuellen Verbesserungen bleibt die Lage angespannt”, erklärt ifo-Forscher Felix Leiss. “Die Werte sind im langfristigen Vergleich immer noch außergewöhnlich hoch."

Entspannung der Lieferengpässe bei Stahl und Holz

Eine gewisse Entspannung zeichnet sich bei Holz und Stahl ab. Trotzdem kommt es hier immer noch zu Engpässen. Problematisch bleibt die Lage aber bei Kunststoffprodukten und Dämmmaterial. Leiss befürchtet, dass die stark gestiegenen Materialpreise die Bauunternehmen weiter unter Druck setzen würden. Die Betriebe auf dem Hochbau planen deshalb, die Kosten an die Bauherren in den nächsten Monaten weitergeben zu wollen. Preisanpassungen werden aber auch im Tiefbau möglich werden, prognostiziert Leiss.

Warum kommt es überhaupt zu Lieferproblemen und Materialmangel?

Die Lieferprobleme betrifft alle Bereiche. Es sind vielfach nur Kleinigkeiten, die die Produktion stark beeinträchtigen. Fehlen beispielsweise bei der Produktion eines Wohnwagens die Fenster, dann muss der Auslieferungstermin um Wochen verschoben werden. Vergleichbar ist diese Situation auf der Baustelle. Bekommt der Dachdecker sein Holz nicht zum vereinbarten Preis oder gar überhaupt nicht geliefert, dann herrscht Stillstand auf der Baustelle. Der Materialmangel zieht sich durch alle Bereiche. Dabei ist die Nachfrage nach Rohstoffen immer noch sehr hoch, obwohl die Märkte ein wenig zur Ruhe gekommen sind. Sofern sich die Pandemie nicht doch noch als Produktionsbremse erweist, wird sich dieses Jahr vor allem für die Sekundärrohstoffe gut entwickeln. Es bleibt aber insgesamt zu hoffen, dass der Materialmangel im neuen Jahr weiter zurückgeht.

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