Lohnt eine Dämmung? Wann sich Investitionen amortisieren

News | Frank Kessler | 14.12.2020
Lohnt eine Dämmung? Wann sich Investitionen amortisieren
Foto: Roland Riethmüller

In den vergangenen Jahren wurde in Deutschland viel darüber diskutiert, ob sich eine Dämmung im Bezug auf die Investition überhaupt lohnt. Bisher war eine eindeutige Aussage zur Wirtschaftlichkeit der Wärmedämmung aufgrund der Zugrundelegung unterschiedlicher Rahmenbedingungen oftmals nicht möglich. Jetzt hat eine aktuelle Studie ermittelt, was wirklich wichtig ist: denn entscheidend ist die Bauweise und die Lebensdauer.

Nach Angaben des Forschungsinstituts für Wärmeschutz (FIW) wurden die für die Wirtschaftlichkeitsrechnung verwendeten Rahmenbedingungen oftmals sehr unterschiedlich gewählt. Eine eindeutige Aussage zur Amortisation war deshalb schlicht unmöglich. Damit aus den Daten plausible und nachvollziehbare Ergebnisse erzielt werden, wurden nun Extremwerte herausgefiltert. Das ergab, dass sich die Wärmedämmung eines vor dem Jahre 1977 gebauten Hauses nach rund vier bis zehn Jahren amortisiert. Bei der Wärmedämmung der Kellerdecke waren es sechs bis acht Jahre, eine Steildachdämmung amortisiert sich nach 16 Jahren, eine Wärmedämmung einer nicht begehbaren Geschossdecke nach zwei bis fünf Jahren und eine Flachdachdämmung nach fünf bis 13 Jahren.

Das Dämmmaterial ist zunächst unerheblich

Welches Dämmmaterial verwendet wird, spielt laut der Fachvereinigung Extruderschaumstoff (FPX) zunächst keine Rolle. Wegen des Einflusses der Nutzungszeit bleibt die Amortisationszeit bei allen Materialien gleich. Einen bedeutenden Unterschied gibt es bei der Bauweise. Ein Flachdach verdoppelt die Lebensdauer auf rund 40 Jahre. Dabei ist die Ersparnis an Sanierungskosten noch nicht mit eingerechnet. Außerdem spielt bei der Amortisationszeit eine Rolle, ob die Fassade oder das Dach ohnehin erneuert werden mussten. Weil die Kosten für ein Gerüst nur einmal anfallen, verkürzt sich auch die Amortisationszeit.

Der Einsatzort der Dämmung macht den Unterschied

Dach- und Kellerdämmungen sind besonders effektiv. Die meiste Wärme geht in diesen Bereichen verloren. Jeder zweite Euro wird hier an Heizenergie verschwendet. Bei einem Neubau sollte deshalb viel Wert auf eine gute Wärmedämmung von Kelleraußenwänden und Bodenplatten gelegt werden. Doch nicht jedes Dämmmaterial eignet sich für jeden Zweck. Viel Spielraum gibt es bei den Fassaden, denn hier kann von Styropor bis hin zu Naturdämmstoffen alles eingesetzt werden.

Zusammenspiel von Heizung und Wärmedämmung

Durch eine moderne Dämmung kann der Wärmeverlust in einem Haus deutlich reduziert werden. "Der Effekt ist allerdings noch größer, wenn die Heizung auf die effektive Wärmedämmung eingestellt wird", betont Norbert Buddendick, Experte für Normung und Qualität von Dämmstoffen. Die oberste Maxime sollte bei einem Neubau deshalb die Energieeffizienz sein. Zu allererst sollte die Wärmedämmung und dann erst die Heizung geplant werden. Der Vorteil liegt darin, dass eine moderne Dämmung den Bedarf an Heizkapazität reduziert. In dem Fall kann die Anlage wesentlich kleiner ausfallen. Bei der Amortisation sollten bei der Berechnung der Gesamtkosten auch die staatlichen Förderungen mit einberechnet werden, denn es gibt jede Menge Fördermöglichkeiten vom Staat. Die KfW unterstützt private Hauseigentümer mit einem Zuschuss in Höhe von bis zu 20 Prozent. Das sind rund 5.800 Euro, die vom Staat beigesteuert werden.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Rainer am 09.01.2021 )

Gut recherchiert, genau es kommt primär erst mal nicht auf das Dämmstoffe an und eine umweltfreundliche Bilanz ergibt sich bereits Im günstigsten Fall nach wenigen Wochen oder Monaten. Also lohnt es sich auf jeden Fall. Vg Rainer http://toolmanitu.de/

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