Lüftungskonzept als Coronaschutz in Schulen gefordert

News | Frank Kessler | 12.08.2020
Lüftungskonzept als Coronaschutz in Schulen gefordert
Foto: Manfred Jahreis / pixelio.de

Experten wie Hygienefachleute und Umweltmediziner fordern aktuell ein Lüftungskonzept für Klassenräume bei Wiederaufnahme eines regulären Schulunterrichts. Ohne ein gutes Konzept schweben Kleinstpartikel wie Covid-19-Viren relativ lange in der Innenraumluft und können dadurch eingeatmet werden. Eine kurze Lüftung durch geöffnete Fenster werde als Schutz nicht ausreichen, heißt es in einem aktuellen Medienbericht. Eine mögliche Lösung für ein minimiertes Infektionsrisiko bietet Luftionisation.

Als eine Antwort auf die Frage, warum ein Lüftungskonzept für die Wiederaufnahme regulären Unterrichts notwendig sei, zitiert der aktuelle Beitrag des Magazins Umweltdienstleister.de Forschungsergebnisse des Hermann-Rietschel-Instituts (HRI). Laut Angaben des an der TU Berlin angesiedelten HRI schweben kleine Partikel von 0,5 bis drei Mikrometer nach 20 Minuten noch immer in fast vollständiger Menge in der Luft. Darüber hinaus breiten sich unter bestimmten Umständen selbst Tröpfchen bis zu einer Größe von 60 Mikrometern weit im Raum aus. Zur Einordnung: Laut Dr. Klaus Bolst vom Institut für Wärme-, Klima-& Verfahrenstechnik (IWK) in Bochum liegt der Durchmesser des Virus Sars-CoV-2 bei rund 0,1 Mikrometern.

Sind HEPA-Filter ein wirksamer Schutz gegen Coronaviren?

Aufgrund des geringen Durchmessers vom Coronavirus ist Dr. Bolst skeptisch, dass Luftreiniger mit sogenannten HEPA-Filtern dabei helfen können, ein wirksames Lüftungskonzept gegen ein Infektionsrisiko umzusetzen. "HEPA" steht für "High EfficiencyParticulate Air" (Filter). Laut Angaben von Herstellern können solche Filter bis zu 99,99 Prozent Viren und andere Schadstoffe aus der Luft filtern. Ein Beweis für diese Aussage sei aber nicht zu finden, betont Dr. Bolst auf Umweltdienstleister.de. Zudem würden die Hersteller schreiben, dass ihre HEPA-Filter Partikel mit einer Mindestgröße von 0,3 Mikrometern aus der Luftfiltern. 0,1 Mikrometer große Sars-CoV-2-Viren würden ihn also durchdringen.

Möglicherweise wirkungsvoller sind mit Luftionisation arbeitende Luftreiniger. Solche Geräte reichern die Raumluft mit negativ geladenen Ionen an. Diese Ionen binden Schmutz- und andere Fremdpartikel in der Luft an sich und können auf diese Weise dazu beitragen, sie zu neutralisieren. Moderne und leistungsstarke Geräte sind für Räume mit mehreren Hundert Quadratmetern Größe konzipiert und lassen sich unabhängig von vorhandenen raumlufttechnischen Anlagen betreiben.

Ein Lüftungskonzept ist nicht nur wegen Covid-19 sinnvoll

In schlecht gelüfteten Klassenräumen ist die Luft häufig durch Substanzen wie Feinstaub, Sporen, Pollen, Bakterien und Viren belastet. Darüber hinaus kann sich ein erhöhter CO2-Gehalt in der Luft ergeben. Mögliche Folgen sind Konzentrationsschwierigkeiten, reduzierte Leistungsfähigkeit und Kopfschmerz. Ein Lüftungskonzept mit kurzem Fensterlüften reicht als Gegenmaßnahme nicht aus. Ein längeres Fensterlüften mit einer dadurch bedingten Erhöhung der Luftwechselzahlen wäre besser. Es würde aber besonders im Winter den Energieverbrauch steigern. Luftreinigende Geräte mit effizienter Technik könnten hier die passende Lösung sein.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Gast am 13.08.2020 )

Ich denke, die Komunen haben schon jetzt zu wenig Geld die Schulgebäude auszustatten und instand zu halten. Diese zusätzliche Aufgabe wird sicherlich von den Wenigsten zu meistern sein.

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