Mängelhaftung zu Lasten vom Handwerk

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Foto: Roland Riethmüller

„Wo gehobelt wird, fallen Späne“ heißt es im Volksmund. Natürlich macht diese Aussage deutlich, dass Fehler passieren können. Das an sich ist auch nicht schlimm, doch muss man bei aufgetretenen Fehlern auch richtig reagieren und handeln, um den Fehler zu beseitigen. Dabei ist es aber nicht gerechtfertigt, wenn am Ende jemand für den Schaden aufzukommen hat, der diesen nicht unmittelbar verursacht hat. So verhält es sich nämlich in der Mängelhaftung im Handwerk.

Natürlich steht es außer Frage, dass Kunden mangelfreie Arbeiten zustehen. Doch ist dies nicht immer zu gewährleisten und entstandene Mängel müssen dann unter Umständen behoben werden. In der derzeitigen Praxis sind es leider immer wieder die Handwerksbetriebe, die für die Kosten von Mängeln aufzukommen haben. Dies gilt auch für Mangel an einem Produkt, die eigentlich der Hersteller dieses betroffenen Produktes zu verantworten hat. So muss der Handwerker im Bezug auf die Mängelhaftung für die Ausbaukosten des mangelhaften Produkts wie auch für die Einbaukosten des neuen Produktes allein aufkommen, ohne diesen am Ende erstattet zu bekommen.

Selbstverständlich steht es dem Kunden zu, dass ihm ein mangelhaftes Produkt ersetzt wird. Doch sollte dies von den Herstellern der Produkte nicht auf die Handwerksbetriebe abgewälzt werden. Immerhin sind die durch ein mangelhaftes Produkt entstehenden Arbeitskosten oft im Verhältnis zum Produktwert viel höher. Diese Last den Handwerksbetrieben aufzubürden, kann nicht das Ziel der Mängelhaftung im Handwerk sein.

So setzt sich beispielsweise die Initiative „Mit einer Stimme“ für eine Reform der Mängelhaftung ein, bekommt jedoch noch spärliche Unterstützung aus dem Handwerk. Und auch am 24. Februar 2015 wurde auf der Veranstaltung „Wer trägt die Kosten mangelhafter Baumaterialien?“ über dieses Thema diskutiert. Schließlich setzt sich der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) auch immer wieder dafür ein, dass diese Kosten verursachergerecht belastet werden müssen. In diesem Zusammenhang zeigt man sich in der Branche auch erfreut darüber, dass die Bundesregierung endlich erkannt hat, zu handeln und eine entsprechende Vereinbarung zur Reform des Mängelgewährleistungsrechts im Koalitionsvertrag verankert.

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