Mangel oder Schaden - Handwerker sollten Unterschied kennen

News , 09.08.2019 , Frank Kessler Mangel oder Schaden - Handwerker sollten Unterschied kennen
Foto: NÜRNBERGER Versicherung

Die Unterschiede zwischen Mangel und Schaden sollten gerade in Handwerksbetrieben genau bekannt sein, da sie auf die Haftung im Handwerk große Auswirkungen haben. Selbst wenn Handwerker noch so sorgsam arbeiten, können jederzeit Missgeschicke passieren. Wer den Unterschied zwischen Mängel und Schäden genau definieren kann, der kann auf weniger schwere Folgen bei einem Missgeschick hoffen.

Bei einer Auftragsvergabe wird zwischen einem Auftraggeber und einem Handwerker ein Werkvertrag geschlossen. Handwerker sind dann vertraglich verpflichtet, die im Werkvertrag vereinbarte Leistung zu erbringen. Hinzu kommen die Sorgfaltspflicht und der Schutz, die als vertragliche Nebenleistungen eingehalten werden müssen. Außerdem müssen Handwerker vorausschauend arbeiten, um einen Schaden oder auch Verschmutzungen zu vermeiden, wenn sie beispielsweise im Haus des Auftraggebers tätig sind. Das bedeutet, dass vor Malerarbeiten das Umfeld mit Folie ausgelegt wird, damit keine Farbflecken Fußböden oder Möbel verschmutzen. Sollte es doch zu Verschmutzungen kommen, wird häufig aufgrund der sich aus den Verschmutzungen ergebenden Folgen entschieden, ob es sich um einen Schaden oder einen Mangel handelt. Die NÜRNBERGER Versicherung informiert, welche Unterschiede zwischen einem Mangel und einem Schaden bestehen.

Wann liegt ein Mangel vor?

Ein Mangel liegt dann vor, wenn die Soll-Beschaffenheit der vertraglich vereinbarten Leistung von der Ist-Beschaffenheit abweicht. Mängel entstehen, wenn Handwerker andere Materialien für die Auftragserledigung verwendet haben, als zuvor vereinbart. Werden Malerarbeiten unsauber und fleckig durchgeführt, werden entstandene Flecken an den Wänden ebenfalls als Mangel bezeichnet. Besteht ein Mangel, können die ausführenden Handwerker oder Unternehmen auswählen, ob sie Abhilfe schaffen, indem sie die kritisierten Mängel nachbessern. Nachbesserungen müssen in einer angemessenen, zeitlichen Frist erfolgen. Verstreicht die angesetzte Frist ohne Beseitigung der Mängel, können Auftraggeber Schadenersatzansprüche anzeigen. Die Beseitigung von einem Mangel muss immer verhältnismäßig sein. Würde eine Nachbesserung zu aufwendig und unverhältnismäßig sein, können Handwerker die Nachbesserung verweigern.

Was ist ein Schaden?

Ein Schaden entsteht dann, wenn aufgrund einer fehlerhaften Ausführung von einem Handwerker dem Auftraggeber ein finanzieller Schaden entsteht. Dies geschieht beispielsweise, wenn Wohnbereiche vor Malerarbeiten unzureichend oder gar nicht abgedeckt wurden. Sollten dann Flecken auf wertvollen Teppichen entstehen, die sich nicht mehr entfernen lassen, ist ein Schaden entstanden. Handwerker, die unachtsam arbeiten und Werkzeuge auf zerbrechliche Böden fallen lassen, richten ebenfalls Schäden an. Diese haben eine finanzielle Auswirkungen und können schnell eine Schadensersatzforderung nach sich ziehen. Auch bei Renovierungsarbeiten verursachte Wasserschäden, weil versehentlich die Wasserleitung angebohrt wurde, verursachen dadurch keine Mängel, sondern Schäden.

Versicherungen mindern das unternehmerische Risiko

Die Unternehmen, die mit dem Auftrag vom Auftraggeber betraut wurden, müssen die Haftung für die entstandenen Schäden übernehmen. Es ist daher immer empfehlenswert, eine Betriebshaftpflichtversicherung abzuschließen, die bei einem Schadensfall die Kosten übernimmt. Selbst, wenn sich Mitarbeiter größte Mühe geben, und versuchen Schäden oder Mängel zu vermeiden, können Missgeschicke nicht immer verhindert werden. Um das unternehmerische Risiko effektiv zu senken, ist eine Betriebshaftpflichtversicherung ein wirksamer Schutz, wenn tatsächlich einmal ein Mangel oder Schaden durch Mitarbeiter verursacht wird.