Mangelhafte Ladungssicherung beim LKW führt häufig zu Unfällen

News | Stephan Gruber | 25.08.2010
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aboutpixel.de / LadungsSicherung © Sven Schneider

Ein falsch beladener Lkw mit Gerüstbauteilen verunglückte zuletzt auf der A2. Am 10. August verlor ein 55 jähriger Lkw-Fahrer aus Recklinghausen in Höhe der Anschlussstelle Gelsenkirchen die Kontrolle über sein Fahrzeug. An der Autobahnauffahrt geriet sein Anhänger wegen plötzlicher Lastverteilung ins Schleudern. Darauf hin schlug das Fahrzeug mehrfach gegen die Leitplanken und kam quer zur Fahrbahn zum Stehen. Die Polizeibeamten stellten fest, dass sich die geladenen Gerüstbauteile unzureichend gesichert waren. Glück im Unglück: der Fahrer blieb unverletzt. An dem Lkw und den Schutzplanken entstand ein Sachschaden von mindestens 13.000 €.

Dabei gibt es nur ein paar wenige Regeln, die zu beachten sind, um Unfälle wie diesen vorzubeugen. Besonders Kleintransporter werden im Bauhandwerk eingesetzt und oft wird gerade hier die Ladung nur mangelhaft gesichert.

Viele Fahrer von Kleintransportern wissen nicht, welche Kräfte die Ladung beim Bremsen aufbauen kann. Grundsätzlich ist nicht das Gewicht das Problem, sondern die Kraft, die das Gewicht aufbauen kann. Die Ladung wird aufgrund der Bremskraft und deren Trägheit nach vorne beschleunigt. Dies gilt für Zementsäcke und Rohrstücke, genauso wie für Kabeltrommeln und Handwerkzeuge.

Ladelücken dürfen nicht größer als 3 cm je laufenden Meter und max.15 cm betragen. Die davor stehenden Güter müssen stabil genug sein. Achten Sie in Ihrem Betrieb beim Beladen von Kleintransportern auf ausgefüllte Leerräume und erhöhen Sie z.B. mit Rutschmatten die Reibungskraft zwischen Ladung und Fahrzeugboden. Auch bei Anhängern stellen Sie die Ladung an Stirn- und Seitenwand. Verwenden Sie ausschließlich unbeschädigt und in ausreichender Anzahl Zurrgurte und halten Sie auch Ihre Mitarbeiter an, diese zu nutzen.

Gerade bei der Abholung aus dem eigenen Lager oder vom Baustoffhändler ist es wichtig, den Zustand der Ladungsträger und Verpackungen zu prüfen. Vor dem Verladen gilt es, die Verpackung auch in puncto Ladungssicherheit sorgfältig anzusehen. Die Verpackung muss unbeschädigt sein. Bei überbauten Paletten geben Sie bitte besonders acht. Hier muss Wickelfolie unbeschädigt und fest mit der Palette verbunden sein. Bänder sollen einwandfrei fest sein und der Kantenschützer muss richtig sitzen. Beschädigte Gefahrgutverpackungen dürfen Sie nicht verladen. Achten Sie besonders bei gefährlichen Gütern auf die Gefahrenzettel, denn diese müssen stets gut zu erkennen sein!

Halten Sie Ihre Mitarbeiter an, dass der Wagenboden immer besenrein ist und sorgen Sie für eine ausreichende Anzahl an Ausrüstungsgegenständen zur Ladungssicherung. Achten Sie darauf, dass die eingesetzten Sicherungsmittel geeignet sind und die Zurrpunkte im Fahrzeug den Kräften der eingesetzten Sicherungsmittel standhalten.

Beachten Sie unbedingt die maximalen Achslasten und die zulässige Gesamtmasse. Das gilt auch für die Gesamthöhe, Gesamtbreite und die Gesamtlänge. Selbstverständlich muss die richtige Lastverteilung ebenfalls eingehalten werden.

Denn: Sorgfalt ist die beste Ladungssicherung!

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